Logo-Schriftzug der Sparkasse  (Foto: Ch. Niessen/SR)

Welche Sparkassen Verwahrentgelt erheben

  05.09.2020 | 16:48 Uhr

Geld zahlen, weil man sein Geld auf einem Bankkonto deponiert: Inzwischen verlangen immer mehr Sparkassen von ihren Neukunden ein sogenanntes Verwahrentgelt - auch im Saarland. Welche und mit welchen Konditionen, zeigt ein Überblick.

Die Kreissparkasse Saarpfalz erhebt seit dem 1. September ein sogenanntes Verwahrentgelt unter anderem für Girokonten. Das Entgelt wird ab einem Betrag von 100.000 Euro für Privatpersonen und 250.000 Euro für Eheleute fällig. Für alles, was darüber liegt, müssen Neukunden ab dem 1. September ein Verwahrungsentgelt in Höhe von 0,50 Prozent für Girokonten und 0,30 Prozent für Kündigungsgelder zahlen.

Auf mittel- und langfriste Geldanlagen, wie zum Beispiel den Sparkassenbrief, wird das Entgelt nicht erhoben. Kunden, die schon ein Konto bei der Kreissparkasse Saarpfalz haben müssen kein Verwahrentgelt zahlen – außer, sie eröffnen ein neues Konto.

Auch in Saarbrücken und Saarlouis gibt es Verwahrentgelte

Auch die Sparkasse Saarbrücken erhebt Verwahrentgelte in Höhe von 0,5 Prozentpunkten auf Girokonten. Die Freibeiträge liegen bei 100.000 Euro für Einzelpersonen, für Ehepartner bei 300.000 Euro. Für Kündigungsgelder wird bei Privatpersonen kein Entgelt erhoben.

Die Kreissparkasse Saarlouis erhebt bei Neukunden seit Anfang des Jahres ebenfalls Verwahrentgelte. Sowohl für Privatleute als auch für gewerbliche Kunden werden auf Girokonten für Beträge über 100.000 Euro 0,50 Prozent Verwahrentgelt berechnet. Einen höheren Freibetrag für Eheleute gibt es nicht.

Ursache: Negativzinsen

Derzeit berechneten schon über 150 Banken und Sparkassen entsprechende Verwahrentgelte, sagte Armin Reinke, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Saarpfalz: "Diese Gelder verursachen bei der Kreissparkasse Saarpfalz erhebliche Kosten aufgrund der erhobenen Negativzinsen für Bankguthaben bei der Bundesbank."

Schon vor Jahren hat die Europäische Zentralbank einen negativen Einlagezins für Banken eingeführt, die kurzfristig Geld bei der Notenbank parken wollten.

Derzeit kein Verwahrentgelt in St. Wendel, Merzig-Wadern und Neunkirchen

Die Sparkasse Merzig-Wadern plant derzeit kein solches Entgelt. Auch die Kreissparkasse St. Wendel will es so lange wie möglich verhindern. Für die Zukunft ausschließen kann die Sparkasse eine Einführung aber nicht: "Handeln müssen wir dann, wenn andere Kreditinstitute entsprechende Verwahrentgelte einführen und Kunden ihr Geld zum Umgehen der Negativzinsen verstärkt bei der Sparkasse hinterlegen", erklärt Andrea Eckert von der Kreissparkasse St. Wendel. Dann müsse die Situation neu bewertet werden.

Auch bei der Sparkasse Neunkirchen ist zumindest für dieses Jahr kein Entgelt geplant. Es könnte aber kommen: "Auch wir als Sparkasse Neunkirchen befinden uns aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen hierzu in Überlegungen", sagt Marko Becker, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit. Denn auch bei der Sparkasse Neunkirchen flößen immer mehr kurzfristige Gelder ein, die die Bank derzeit zu null Prozent verzinse, obwohl der Marktzins deutlich im Minus liege. Bisher habe die Bank Kunden von den Negativzinsen abgeschirmt, das belaste jedoch erheblich die Rentabilität der Sparkasse und sei daher perspektivisch kaum haltbar.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 31.08.2020 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja