Elefanten im Zirkus (Foto: dpa)

Zeit von Giraffen, Elefanten und Bären im Zirkus soll enden

  19.11.2020 | 16:28 Uhr

Für die umstrittene Haltung von Wildtieren in reisenden Zirkussen sollen Verbote und strengere Tierschutzregeln kommen. Giraffen, Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Primaten und Großbären sollen nicht mehr neu angeschafft werden dürfen. Das sieht ein von Bundesagrarministerin Julia Klöckner am Donnerstag in Berlin vorgestellter Verordnungsentwurf vor.

"Wildtiere gehören nicht in die Manege", sagte die CDU-Politikerin. Gerade in Wanderzirkussen litten sie unter den ständigen Reisen und den oft nicht artgerechten Bedingungen. "Hier geht der Tierschutz vor", betonte Klöckner. Mit der Verordnung komme man dabei einen großen Schritt voran - verbunden mit dem Ziel, dieses Verbot auf andere Wildtierarten auszuweiten.

Großkatzen noch erlaubt

Voraussetzung sei aber eine wissenschaftliche Grundlage, damit ein Verbot rechtssicher sei und bei Klagen Bestand habe. Für Tiere wie Großkatzen sei dies nach Expertenmeinungen bisher nicht der Fall. In der vorgesehenen Verordnung sollen außerdem erstmals spezielle Anforderungen an die Haltung aller Zirkustiere festgelegt werden, wie das Ministerium erläuterte - etwa an Unterbringung, Versorgung durch fachkundige Personen, die Behandlung kranker oder verletzter Tiere, Transportmittel und die Beschränkung der Transportdauer.

Tierschützer üben Kritik

Tierschutzorganisationen kritisieren Klöckners Entwurf. Er gehe nicht weit genug, weil er nicht alle Wildtierarten einschließe. Zudem seien die Tierschutzexperten nicht an dem Verordnungsentwurf beteiligt gewesen. „Es ist völlig inakzeptabel, dass bei der Erarbeitung des Entwurfs – trotz gegenteiliger Zusage von Seiten der Ministerin – die Expertise der Tierschützer außen vorgelassen wurde. So kann es zu keiner guten Lösung kommen“, erklärte Undine Kurth, Vizepräsidentin des Deutschen Naturschutzringes.

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