Das Saarbrücker Ludwigsparkstadion aus der Luft ist innen bereits fertig, außen herum ist eine Baustelle (Foto: Alexander M. Groß/SR)

Streit zwischen Welker und Gross spitzt sich zu

Thomas Gerber / Onlinefassung: Anne Staut   22.10.2020 | 19:45 Uhr

Nach seinen Andeutungen zu möglichen Ungereimtheiten beim Bau des Ludwigsparkstadions ist der Chef der Saarbrücker Innovationsgesellschaft GIU Martin Welker am Donnerstag als Zeuge vorgeladen worden. Die Korruptionsermittler wollten im Auftrag der Staatsanwaltschaft herausfinden, ob es Belege für Welkers Vorwürfe gibt, die sich insbesondere gegen die St. Ingberter Firma Peter Gross Bau richten. Der Streit zwischen Gross und Welker spitzt sich unterdessen weiter zu.

Die Arbeiten zur Fertigstellung des Saarbrücker Ludwigsparkstadions waren offenbar zeitweise ins Stocken geraten. Bauleiter Martin Welker teilte dem SR mit, dass bis auf drei Firmen alle übrigen bis Mittwoch ihre Arbeit eingestellt hatten. Sie befürchteten, dass ihre Schlussrechnungen nicht bezahlt würden. Welker warf in diesem Zusammenhang dem St. Ingberter Unternehmen Peter Gross Bau "gezielte Sabotage" vor. Die Rundmail von Gross an sämtliche am Bau beteiligten Firmen habe "ihre Wirkung nicht verfehlt."

Video [aktueller bericht, 22.10.2020, Länge: 2:35 Min.]
Streit auf Stadionbaustelle spitzt sich zu

In seiner Rundmail verweist Firmenchef Philipp Gross erneut auf seine noch immer offene Schlussrechnung über 850.000 Euro und auf Welkers Andeutungen in Sachen Korruption. "Das können wir uns als Bauwirtschaft nicht gefallen lassen", schreibt Gross den Kollegen.

Angaben zu finanziellen Forderungen

Stadion-Bauleiter Welker wirft St. Ingberter Unternehmer Sabotage vor
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 22.10.2020, Länge: 01:10 Min.]
Stadion-Bauleiter Welker wirft St. Ingberter Unternehmer Sabotage vor

In einem beigefügten Fragebogen konnten die Firmen Angaben zu ihren finanziellen Forderungen gegenüber der Stadt machen. Zudem sollten sie - wenn gewünscht anonym - unter anderem die Frage beantworten, ob sie nochmals mit Institutionen zusammenarbeiten würden, bei denen Welker Verantwortung trägt.

Bauleute müssten zusammenhalten, so Gross, dessen Unternehmen mit 650 Millionen Euro Jahresumsatz auch Auftraggeber vieler der angeschriebenen Firmen sein dürfte. Von Gross oder seinem Anwalt war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

Streit um offene Rechnungen

Bei einer ersten Vernehmung durch die Polizei soll Welker unter anderem angegeben haben, dass die in Rechnung gestellten Leistungen gar nicht erbracht worden seien. Das Bauunternehmen Peter Gross hatte angekündigt, die Stadt auf Zahlung von 850.000 Euro zu verklagen. Rechnungen für erbrachte Bauleistungen stünden seit Monaten offen.

Arbeiten gehen jetzt weiter

Am Donnerstag waren nach Auskunft der Stadt aber wieder zwölf Unternehmen vor Ort auf der Ludwigsparkbaustelle. In der vergangenen Woche seien Rechnungsbeträge in Höhe von insgesamt einer Million Euro beglichen worden. Auf Betreiben von Bauleiter Welker, heißt es.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 22.10.2020 berichtet.

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