Ein Mann arbeitet im Home-Office (Foto: IMAGO / Westend61)

Keine Versicherungsnachteile für Grenzarbeitnehmer im Homeoffice

  20.12.2021 | 14:00 Uhr

Grenzpendler, die aufgrund der Coronapandemie im Homeoffice sind, müssen sich weiterhin nicht um einen Wechsel ihrer Sozialversicherung sorgen. Die Regierungen der Grenzregionen haben sich untereinander darauf verständigt, das Sozialversicherungsabkommen zu verlängern.

Eigentlich wäre das Sozialversicherungsabkommen Ende des Jahres abgelaufen. Jetzt haben die Grenzregionen beschlossen, die Sonderregelung um weitere sechs Monate zu verlängern.

Diese Entscheidung kommt vor allem Pendlerinnen und Pendlern innerhalb der Großregion zugute, die momentan coronabedingt im Homeoffice arbeiten - in Luxemburg oft auch als Telearbeit bezeichnet. Denn durch das Abkommen müssen sie sich nicht um zusätzlich anfallende Sozialversicherungsbeiträge sorgen, selbst wenn sie vorübergehend im Heimatort arbeiten.

Verlängerung um sechs Monate

Denn Telearbeitstage, die in Zusammenhang mit der Coronapandemie stehen, werden demnach bei der Festlegung der für Grenzgänger geltenden Sozialversicherungsvorschriften nicht berücksichtigt. So fallen keine zusätzlichen Sozialversicherunsbeiträge an und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können einen Zugehörigkeitswechsel ihrer Sozialversicherung vermeiden.

Normalerweise ist festgelegt, dass Grenzarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer, die mehr als 25 Prozent ihrer Arbeit in Telearbeit leisten, den Status ihrer Sozialversicherung wechseln müssen. Die Ausnahmeregelung gilt nun auch, wenn sie die in der europäischen Gesetzgebung vorgesehene Schwelle von 25 Prozent überschreiten.

Luxemburg, Deutschland, Belgien und Frankreich haben die Verlängerung bis zum 30. Juni 2022 beschlossen.

Telearbeit wichtiges Instrument gegen Virusausbreitung

Der luxemburgische Minister für soziale Sicherheit, Romain Schneider, bezeichnet die Verlängerung des Abkommens als eine "starke Geste der Solidarität unserer Nachbarländer".

So lange die Pandemie noch nicht vorbei ist und sich weiterhin auf das tägliche Leben auswirkt, sei es wichtig, durch gemeinsame Bemühungen die Virusausbreitung einzudämmen. "Telearbeit ist ein wirksames Instrument im Kampf gegen das Virus", begründet Schneider die Entscheidung. "Unternehmen und Arbeitgeber können dieses daher weiterhin nutzen ohne einen Zugehörigkeitswechsel der Sozialversicherung der Arbeitnehmer zu befürchten."

Auch Doppelbesteuerung soll weiterhin vermieden werden

Neben dem Sozialversicherungsabkommen wurde kürzlich auch die Verständnisvereinbarung zur Besteuerung von Grenzpendlerinnen und -pendlern nach Luxemburg verlängert, teilt das saarländische Finanzministerium mit. Durch die Vereinbarung soll eine Doppelbesteuerung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus der Großregion vermieden sowie außerdem Steuerhinterziehung verhindert werden.

So legt die Verständigungsvereinbarung fest, dass die Arbeitstage, die Pendlerinnen und Pendler aus Deutschland coronabedingt im Homeoffice verbringen, bei der Besteuerung als Arbeitstage in Luxemburg gelten.

Anders als das Sozialversicherungsabkommen wurde die Regelung zur Besteuerung jedoch vorerst nur bis zum 31. März 2022 verlängert. Bis dahin werde man über eine erneute Verlängerung entscheiden, sagte Finanzstaatssekretärin des saarländischen Finanzministeriums Anja Wagner-Scheid.


Im Homeoffice versichert

Auch wie die Arbeitszeit im Homeoffice versichert ist, musste allgemein erst geklärt werden. So hat ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Beispiel erst kürzlich den Unfallschutz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch im Homeoffice abgesichert.

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