Mobiler Blitzer zur Geschwindigkeitsmessung, ein sogenannter „Enforcement Trailer“ im Einsatz  (Foto: picture Alliance/Chromorange)

Saar-Verbände für Rückkehr zu strengeren Verkehrsregeln

  24.07.2020 | 13:30 Uhr

Mehrere saarländische Verkehrs- und Umweltverbände fordern, dass die derzeit wegen eines Formfehlers ausgesetzten schärferen Strafen für Raser grundsätzlich beibehalten werden. Eine Aufweichung der gerade erst eingeführten Regelung würde ein fatales Zeichen setzen.

Die Landesregierung solle sich dafür einsetzen, dass die einmal getroffene Bußgeldregelung in einem neuen, fehlerfreien Verfahren auch für die Zukunft gelte, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Verbände. Unterzeichnet haben der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC), der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Saarbrücken, der Fachverband Fußverkehr, die Plattform Mobilität und der Verkehrsclub Deutschland (VCD).

"Mindestens so sinnvoll wie mancher neue Radweg"

Die Landesregierung könne nun zeigen, wie ernst es ihr mit der Verkehrswende sei. Viele potenzielle Radfahrer würden auch aus Angst vor dem Autoverkehr nicht aufs Rad umsteigen, sagte ADFC-Landessprecher Thomas Fläschner. Deshalb müsse Rasern vor allem innerorts ein klares Signal gesetzt werden. "Das wäre sogar eine mindestens so sinnvolle Radverkehrsförderung wie mancher neue Radweg", so Fläschner.

Die saarländische VCD-Vorsitzende Andrea Schrickel ergänzte, dass überhöhte Geschwindigkeit in Deutschland für ein Drittel der Verkehrstoten verantwortlich sei. Der Schutz von Leben und körperlicher Unversehrtheit müsse aber immer Vorrang haben.

Saarland gibt eingezogene Führerscheine zurück

Die neue Straßenverkehrsordnung mit härteren Strafen für Verkehrssünder war im April in Kraft getreten und im Juli wegen eines Formfehlers ausgesetzt worden. Das Saarland will die in diesem Zeitraum nach den neuen Regeln eingezogenen Führerscheine zurückgeben.

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