Eine Pflegerin hält im Seniorenzentrum die Hand einer Bewohnerin. (Foto: picture alliance/Christophe Gateau/dpa)

Verdi wertet Pflegeaktion als Erfolg

  24.10.2018 | 10:04 Uhr

Die Gewerkschaft Verdi hat den Protest der Pflegekräfte gegen die Personalnot in der Region als Erfolg verbucht. Die Mitarbeiter in Krankenhäusern, Altenheimen und in der ambulanten Versorgung waren am Dienstag dazu aufgerufen, bei Personalengpässen nicht einzuspringen.

"Die Aktion war in der Region Saar Trier ein voller Erfolg", stellte Quetting am Dienstagabend auf einer Veranstaltung mit Auszubildenden der Altenpflege in Trier fest. Mehrere Unternehmen hätten sich auf die Aktion vorbereitet und mehr Personal als üblich eingesetzt, sodass das System nicht zusammenbrach.

Die Interessenvertretungen der Krankenhäuser berichteten, dass die Verdi-Aufforderung fast flächendeckend eingehalten wurde. Nur in zwei konfessionellen Häusern konnten Kolleginnen zum Dienst gerufen werden.

In den Altenheimen wurden nach Angaben der Gewerkschaft 14 Fälle bekannt, in denen Vorgesetzte versuchten, Beschäftigte aus ihren freien Tagen zum Dienst zu holen. In drei Fällen konnte dies mithilfe der Gewerkschaft verhindert werden. In elf Fällen kamen die Mitarbeiterinnen zum Dienst, sechs von ihnen standen nicht unter Gewerkschaftsschutz. Für die Altenheime ohne Betriebsräte oder Mitarbeitervertretungen und für die ambulanten Pflegebereiche liegen der Gewerkschaft nach eigenen Angaben nicht genügend Informationen vor.

Protest gegen Notstand

Mit dieser bundesweiten Aktion wollte die Gewerkschaft auf den Notstand in der Pflege aufmerksam machen. Laut Verdi seien die Personalkapazitäten für den Rest des Jahres aufgebraucht. Die Pflege könne nur aufrechterhalten werden, weil zahlreiche Pflegekräfte in ihrer Freizeit arbeiten gingen. Das hat die Gewerkschaft bei einer Befragung festgestellt, an der sich bundesweit rund 600 Stationsteams beteiligt haben.

„Egal ob nun im Krankenhaus, im Altenheim oder in der ambulanten Versorgung, das Personal ist am 22. Oktober alle“, so Verdi-Gewerkschaftssekretär Michael Quetting.

Julia Holzhauser, Fachbereichschefin bei Verdi in der Region Saar-Trier, fügt hinzu: „Zwischen dem 23. Oktober und dem 31. Dezember bricht die pflegerische Versorgung nur deshalb nicht zusammen, weil Beschäftigte über ihre Grenzen gehen und dabei ihre Gesundheit ruinieren.“ Hier seien Arbeitgeber, Politik und Gesellschaft gefordert, für Abhilfe zu sorgen.

Keine Dienstplanänderungen mehr

In den SHG-Kliniken Völklingen hat der Betriebsrat nach Verdi-Angaben beschlossen, ab sofort keiner Dienstplanänderung mehr zuzustimmen. Die Qualitätsstandards seien nicht mehr haltbar, heißt es in einem Schreiben.

Verdi-Sekretär Quetting lobte die Vereinbarung mit der Uniklinik Homburg, die der zunehmenden Belastung entgegenwirke. Das ändere aber nichts daran, dass verbindliche, gesetzliche Personalvorgaben nötig seien. Die bisherigen Pläne der Bundesregierung bezeichnete er als unzureichend.

Artikel mit anderen teilen