Symbolbild: Ein Krankenpfleger auf der Station eines Krankenhauses  (Foto: dpa)

Personaluntergrenze in Kliniken in der Kritik

Steffani Balle   29.03.2019 | 08:00 Uhr

Seit Jahresbeginn müssen die Krankenhäuser bestimmte Personaluntergrenzen einhalten. Am Ende der Probephase kritisiert die Gewerkschaft Verdi im Saarland die Regelung als unzureichend. Die Unterbesetzung in den Stationen werde damit nicht behoben, sondern zementiert.

Verdi übt Kritik an Spahn-Plänen
Audio [SR 3, Steffani Balle, 29.03.2019, Länge: 03:03 Min.]
Verdi übt Kritik an Spahn-Plänen

Die Beschränkung auf wenige, pflegeintensive Bereiche in den Kliniken führe dazu, dass die Krankenhausträger die Personaluntergrenzen ganz leicht einhalten könnten, so Verdi-Gesundheitssekretär Michael Quetting. Da werde einfach aus anderen Stationen, auf denen nicht nachgezählt werden muss, Personal abgezogen und notfallmäßig auf die Zählstationen verschoben.

Verdi: Saarland war schon weiter

Außerdem orientiere sich die Personalbemessung an einem Minimal-Standard: Als Bemessungsgrundlage werde das am schlechtesten ausgestattete Viertel aller Kliniken in Deutschland herangezogen, so Quetting. Hierzulande sei man eigentlich schon weiter gewesen. Aufgrund der neuen Verordnung sei keine einzige Saar-Klinik verpflichtet, mehr Pflegepersonal einzustellen.

Die Probephase der neuen Regelung läuft diese Woche ab, danach drohen bei Nichteinhaltung Sanktionen. Laut Verdi braucht es jedoch nicht mehr Kontrolle, sondern bessere Arbeitsbedingungen und mehr Pflegepersonal, um die Patientensicherheit zu gewährleisten.

Über dieses Thema hat auch die Rundschau auf SR 3 Saarlandwelle am 29.03.2019 berichtet.

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