Ein Radweg in Saarbrücken (Foto: ADAC)

Verbände fordern mehr Radwege im Saarland

  23.05.2020 | 09:07 Uhr

Das Saarland braucht zusätzliche Radwege - davon ist ein Bündnis von Umwelt- und Verkehrsgruppen überzeugt. Seit Ausbruch der Coronapandemie seien deutlich mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs. Mit temporär angelegten Radwegen, sogenannten Pop-up-Bikelanes, könnte das Radfahren sicherer und das lückenhafte Radwegenetz im Saarland geschlossen werden.

In der Landeshauptstadt haben in den vergangenen Wochen wesentlich mehr Menschen das Fahrrad genutzt, um sich fortzubewegen. Das Straßennetz im Saarland sei dafür aber nach wie vor nicht ausgerichtet, kritisieren mehrere saarländische Gruppen. Damit sich die vielen routinierten und neuen Radfahrer auf den Straßen sicher und wohl fühlen, müssten zeitnah zusätzliche Radwege eingerichtet werden.

„Der Radverkehr ist ideal, um schnell und sicher, auch coronasicher, unterwegs zu sein“, sagt Ronald Malta vom BUND Saarbrücken. Konkret sollen Fahrspuren oder Parkbuchten an den Straßenrändern zu Radwegen umgewandelt werden, um den notwendigen Platz zu schaffen. Das sei zum Beispiel in Berlin bereits umgesetzt worden. Auch in München, Flensburg und Koblenz gebe es ähnliche Pläne.

ADFC rechnet mit erheblicher Stau-Welle

Nicht nur für die Sicherheit der Radfahrer sollten zusätzliche Radwege geschaffen werden: Der Fahrradclub ADFC befürchtet lange Staus in Saarbrücken, wenn die Städte wiederbelebt werden. Viele Menschen würden auf das Auto umsteigen, weil Bus und Bahn wegen der Abstandsregeln noch lange mit eingeschränkter Auslastung fahren werden, prognostiziert ADFC-Sprecher Thomas Fläschner.

Deshalb fordert der Fahrradclub die Stadtverwaltung dazu auf, ein Schnellbauprogramm in die Wege zu leiten. Geeignet für den Umbau seien beispielsweise die Heuduckstraße in Alt-Saarbrücken, die Saargemünder Straße in St. Arnual und die Hochstraße in Burbach.

Auch für die Studenten der Saarbrücker Hochschulen sei ein besseres Radwegenetz notwendig, sagt die Students For Future Gruppe an der Saar. Selbst wenn zur Zeit kein Präsenzbetrieb stattfinde, müssen eine klare Verkehrsführung geschaffen und die Fahrradwege zur Universität und zwischen den verschiedenen Standorten ausgebaut werden. Zum Beispiel könnte ein Radschnellweg zwischen Völklingen, dem Saarbrücker Zentrum, der Universität und St. Ingbert ein erster Schritt sein.

Erinnerung an Mindestabstand

Die Straßenverordnung sehe Spielraum für Improvisation und Experimente vor, der jetzt genutzt werden müsse, um sich der aktuellen Lage anzupassen, so auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Zudem sollten alle Verkehrsteilnehmer an den erforderlichen Mindestüberholabstand von 1,5 Metern erinnert werden.

Mit den Forderungen unterstützen die saarländischen Gruppen den bundesweiten „Aktionstag Popup-Radspuren“, bei dem mehr als 40 Städte wie Frankfurt, Dresden und Nürnberg zusätzliche Radspuren errichten. Sie werden zum Beispiel mit Blumentöpfen, Hütchen oder Pollern vom Autoverkehr abgetrennt.

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