Der Terminal am Flughafen Findel, Luxemburg (Foto: J. Bands/ lux-Airport)

Bündnis fordert Findel als einzigen Flughafen der Großregion

  03.11.2020 | 20:10 Uhr

Ein Bündnis aus Verkehrs- und Umweltverbänden fordert aus Gründen der Nachhaltigkeit, in der Großregion nur noch einen Flughafen zu betreiben statt sechs nah benachbarte Airports. Das sei „wirtschaftspolitisch absurd“ und „ökologiepolitisch unverantwortlich“. Für die Verbände ist Luxemburg-Findel als Flughafen der Großregion am besten dafür geeignet.

Derzeit würden mit Saarbrücken, Hahn, Metz-Nancy-Lorraine, Lüttich, Charleroi und Luxemburg gleich sechs Regional-Flughäfen in Schlagweite betrieben. „In allen Bereichen der Nachhaltigkeit - Ökonomie/Ökologie/Soziales - widerspricht die aktuelle Flughafen-Situation der Großregion gültigen Zielen und Normen“, teilte der Verkehrsclub Deutschland stellvertretend für das Klimabündnis mit.

Neben dem Verkehrsclub sind der BUND Saar, die Plattform Mobilität, das Netzwerk Entwicklungspolitik Saarland, Transition Saarbrücken, die Bürger-Energiegenossenschaft Bliesgau sowie Students for Future Saar in dem Zusammenschluss vertreten.

"Wirtschaftlich absurd"

Zudem sei Parallelbetrieb der benachbarten Airports angesichts der Konkurrenzsituation und der Defizite „wirtschaftspolitisch absurd“. Sinnvoller sei es, lediglich einen Regionalflughafen zu betreiben. Mit seiner zentralen Lage komme aktuell dafür nur der Airport Luxemburg-Findel in Frage. „Für die übrigen Standorte bedarf es nachhaltiger Konversionskonzepte“, heißt es in der Mitteilung des Verkehrsclubs.

Die Verbände reagieren nach eigenen Angaben mit ihrer Initiative auf den Entwurf einer Empfehlung des Interregionalen Parlamentarierrates (IPR) zur Flughafensituation. Diese zielt auf den parallelen Fortbetrieb aller vorhandenen Standorte ab. Dieser Entwurf sei allerdings „unhaltbar“, so das Bündnis.

Die Linke im Saarland begrüßt die Idee eines gemeinsamen Flughafens in der Großregion. "Eine Bündelung der Großregion nach Findel macht Sinn, wenn die Reisenden aus Saarbrücken in maximal 60 Minuten diesen Flughafen erreichen. Hierfür bedarf es unter anderem einer Bahnanbindung nach Luxemburg, die endlich angegangen werden muss", so Thomas Lutze, Landesvorsitzender der Saar-Linken. Außerdem müssten die Mitarbeiter vom Flughafen Saarbrücken-Ensheim ein äquivalentes Jobangebot in Findel bekommen und die hiesigen Firmen ein neues Betätigungsfeld am Luxemburger Airport erhalten.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 03.11.2020 berichtet.

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