Fahrgäste steigen im Bahnhof aus einer Regionalbahn (Foto: picture alliance/dpa | Stefan Sauer)

Über 70 Prozent der Saar-Pendler nutzten 9-Euro-Ticket

Christian Leistenschneider   29.08.2022 | 15:00 Uhr

Das 9-Euro-Ticket wurde im Saarland vor allem von Berufspendlern und für Alltagsfahrten genutzt. Deswegen und um Klimaziele zu erreichen fordert Saar-Mobilitätsministerin Petra Berg eine Nachfolgeregelung. Aber auch in den Ausbau des Angebots müsse investiert werden, denn vor allem im ländlichen Bereich gebe es Probleme.

In den drei Monaten seit Einführung des 9-Euro-Tickets wurden davon bundesweit rund 52 Millionen Stück verkauft. Zusätzlich hätten zehn Millionen Abonnentinnen und Abonnenten das vergünstigte Ticket automatisch erhalten, bilanzierte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) am Montag.

Video [aktueller bericht, 29.08.2022, Länge: 2:59 Min.]
Nachfolgeregelung zum Neun-Euro-Ticket gefordert

Laut einer Erhebung des VDV ersetzten zehn Prozent der Fahrten mit dem 9-Euro-Ticket eine Fahrt, die sonst mit dem Pkw unternommen worden wäre. Insgesamt liege der Anteil der aus anderen Verkehrsmitteln verlagerten Fahrten bei 17 Prozent. 

Geringere Resonanz im ländlichen Raum

Im Saarland hätten über 70 Prozent der Berufspendler das Ticket genutzt, sagte die saarländische Ministerin für Mobilität, Petra Berg (SPD). Das Angebot sei vor allem für Alltagsfahrten eingesetzt worden: "Damit wurden genau die Menschen erreicht, die auf bezahlbare Mobilität angewiesen sind." Es müsse darum eine Nachfolgelösung geben, um die Menschen längerfristig zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen.

Allerdings seien auch Investitionen in den Ausbau und die Qualität des Angebotes nötig, mahnte Berg. Laut der Erhebung des VDV gab es in ländlichen Regionen eine geringere Resonanz auf das 9-Euro-Ticket. Der Anteil der Besitzer sei dort nur halb so hoch wie in städtischen Gebieten.

Als Grund dafür hätten die Menschen ein unzureichendes ÖPNV-Angebot genannt. Umständliche Verbindungen, Taktung, Fahrtdauer und Entfernung zur Haltestelle stünden der Nutzung im Weg. Im Saarland sind die Menschen besonders unzufrieden mit dem ÖPNV.

VDV: viel CO2 eingespart

Berg, die auch saarländische Klimaministerin ist, betonte die Bedeutung des ÖPNV zur Erreichung der Klimaziele. Das 9-Euro-Ticket hat da nach Angaben des VDV eine positive Bilanz aufzuweisen: Auf Grundlage der vom Pkw auf Busse und Bahnen verlagerten Fahrten seien bundesweit rund 1,8 Millionen Tonnen CO2 eingespart worden. Das sei in etwas so viel, wie ein Jahr Tempolimit auf Autobahnen bringen würde.

Auch deswegen fordern die Verkehrsminister der Länder vom Bund einen Vorschlag für eine Nachfolgeregelung für das Angebot. Zwar sei der ÖPNV Ländersache, doch die Klimaschutzziele seien ebenso wie die temporäre Einführung des 9-Euro-Tickets vom Bund vorgegeben worden. Dieser stünde darum auch in der Verantwortung.

Die Erkenntnisse aus dem 9-Euro-Ticket
Audio [SR 3, Moderation: Simin Sadeghi, 29.08.2022, Länge: 04:06 Min.]
Die Erkenntnisse aus dem 9-Euro-Ticket

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachichten am 29.08.2022 berichtet.

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