Die Sonne steht am Morgen hinter dem Reichstagsgebäude, dem Sitz des deutschen Bundestags (Foto: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld)

Was der VdK saarländischen Abgeordneten mit auf den Weg gibt

  01.09.2021 | 16:04 Uhr

Maßnahmen gegen Familienarmut, eine Entlastung bei Pflegeheimkosten und eine sozialverträgliche Klimastrategie sind aus Sicht des Sozialverbandes VdK einige der größten Baustellen, die eine neue Bundesregierung angehen sollte. Insbesondere aus saarländischer Sicht bestehe hier hoher Handlungsbedarf.

Im Saarland wächst nach Angaben des VdK mehr als jedes fünfte Kind in Armut auf - insgesamt 33.000 Kinder. Besonders betroffen seien Kinder von Alleinerziehenden. Dass viele von ihnen trotz Arbeit unter Armut litten, zeige, dass weder Teilzeitbeschäftigung noch die bisherigen familienpolitischen Leistungen davor schützten. Es brauche stattdessen etwa eine umfassende Kindergrundsicherung, sagte VdK-Landesgeschäftsführer Peter Springborn.

Außerdem sollten sich die saarländischen Abgeordneten für einen zügigen Ausbau einer kostenfreien Ganztagsbetreuung in Kitas und für echte, gebundene Ganztagsschulen einsetzen.

Video [aktueller bericht, 01.09.2021, Länge: 2:08 Min.]
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Mindestlohn erhöhen, Niedriglohnsektor abschaffen

Auch der Niedriglohnsektor sollte aus Sicht des VdK weitgehend abgeschafft und der Mindestlohn so weit erhöht werden, dass er eine Rente oberhalb der Grundsicherung garantiert. Das Saarland habe derzeit die höchste Altersarmut.

Ein Problem sieht der VdK auch in den hohen Pflegeheimkosten. Mit durchschnittlich 2600 Euro pro Monat müssten Heimbewohner im Saarland einen der bundesweit höchsten Pflegeanteile in der stationären Pflege aufbringen. Die aktuelle Pflegereform bringe hier kaum Entlastung.

Höhere Energiepreise solidarisch finanzieren

Eine große sozialpolitische Herausforderung sei auch der sozial-ökologische Umbruch, der derzeit in vollem Gange sei. "Die Verteuerung der Sprit- und Energiepreise sowie die existentielle Absicherung gegen Elementarschäden muss solidarisch finanziert werden, denn immer weniger Menschen haben finanzielle Rücklagen", sagte der VdK-Landesvorsitzende Armin Lang.

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