Rentnerinnen auf einer Parkbank (Foto: dpa)

VdK kritisiert Rentenkommission

  29.03.2020 | 10:40 Uhr

Der Sozialverband VdK kritisiert den am Freitag vorgelegten Bericht der Rentenkommission. Gerade im Saarland herrsche Handlungsbedarf, da das Einkommen hinter dem Bundestrend liege.

Die Rentenkommission der Bundesregierung empfiehlt in ihrem Abschlussbericht ab 2026 ein Rentenniveau zwischen 44 und 49 Prozent. Derzeit liegt es bei 48 Prozent. Das Renteneintrittsalter soll gemäß der Kommission nicht erhöht werden. Die Aufnahme von Beamten oder Abgeordneten in die Rentenversicherung lehnt die Kommission ab.

Für den VdK Saarland deute die Empfehlung bezüglich des Rentenniveaus darauf hin, dass Altersarmut in Kauf genommen werde. Eine Verlagerung zur privaten Vorsorge sei keine Option, zudem stünde eine betriebliche Altersvorsorge nicht allen Arbeitnehmern offen. Daher fordert der VdK, das Niveau dauerhaft auf 50 Prozent anzuheben. Gerade im Saarland bestehe Handlungsbedarf, da Vollzeitbeschäftigte im westdeutschen Vergleich durchschnittlich 500 Euro monatlich weniger verdienten.

Alle sollen in Rentenkasse einzahlen

Die Experten der Kommission haben in ihrem Bericht außerdem angeregt, die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung ab 2026 von derzeit 18,6 auf bis zu 24 Prozent des Bruttolohns zu erhöhen. Der Sozialverband hat andere Vorschläge zur Finanzierung der Rente. So soll unter anderem die Beitragsbemessungsgrenze bei höheren Einkommen anheben.

Zudem müssten alle Erwerbstätigen in die Rentenversicherung – unter anderem auch Selbstständige – einzahlen. "Dem Bericht fehlen solche zukunftsweisenden Lösungen, die das System stabilisieren“, kritisierte der VdK-Vorsitzende Armin Lang.

Bundesregierung prüft Empfehlungen

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will bis zum Herbst gesetzgeberische Vorschläge für die Zukunft der Rente vorlegen. Ziel sei, noch in dieser Legislaturperiode die Weichen über das Jahr 2025 hinaus zu stellen, sagte Heil am Freitag. Die Bundesregierung werde die Empfehlungen der zehnköpfigen Kommission aus Koalitionspolitikern, Arbeitgebern, Gewerkschaften und Wissenschaftlern sorgfältig prüfen.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 27.03.2020 berichtet.

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