Bahngleise (Foto: dpa)

VCD sieht keinen Fortschritt bei Saar-Verkehrspolitik

  25.07.2022 | 16:06 Uhr

Knapp 100 Tage ist die neue Landesregierung im Saarland im Amt. In dieser Zeit hat sie laut dem Verkehrsclub Deutschland wenig für ein Thema gemacht, das sie sich eigentlich auf die Fahne geschrieben hat: den Klimaschutz. Das zeige sich vor allem bei der Bahnpolitik.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat nach 100 Tagen SPD-Regierung im Saarland eine ernüchternde Bilanz gezogen. So sei ein Fortschritt in der Klimaschutz- und Verkehrspolitik bislang kaum erkennbar.

Konkret moniert der VCD, dass viele Bahnstrecken im Saarland noch immer nicht reaktiviert oder elektrifiziert seien. "So sind beispielsweise von den acht Bahnverbindungen ins Saarland weiterhin vier ohne Voraussetzungen für Elektromobilität", beklagt der stellvertretende Landesvorsitzende des VCD, Werner Ried.

Auf den Hauptbahnen von und nach Mainz, Karlsruhe, Straßburg und ins Moseltal über Bouzonville müssten Züge demnach noch immer Dieselkraftstoff tanken. "Für private Eisenbahnunternehmen, gerade im Güterverkehr und im Fernverkehr, ist das unwirtschaftlich", so Ried.

"Interessenlosigkeit" der Saar-Regierung

Der VCD wirft der Landesregierung "Interessenlosigkeit" in Bezug auf das Thema vor. Eine klare verkehrspolitische Zielsetzung und die Vorlage entsprechender Maßnahmen sei nicht zu erkennen. "Keiner der hochbewerten Reaktivierungskandidaten aus dem saarländischen Verkehrsentwicklungsplan ist bisher zur Förderung eingereicht." Dies betreffe etwa den Zugverkehr im Prims-, Rossel- und Bisttal sowie nach Losheim.

Der VCD fordert daher eine beschleunigte Reaktivierung von Bahnstrecken im Saarland und durchgehend elektrischen Zugbetrieb auch in Richtung Mainz, Karlsruhe, Thionville und Straßburg. Ansonsten drohe das Saarland im Bereich der nachhaltigen Mobilität abgehängt zu werden.

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