Die Figur der Justitia mit der Waagschale in der Hand. (Foto: Rumpenhorst/dpa - Bildfunk/picture alliance)

Neuneinhalb Jahre Haft wegen tödlicher Messerstiche

  07.06.2018 | 13:46 Uhr

Im Totschlagsprozess um tödliche Messerstiche auf der Saarbrücker Folsterhöhe ist der Angeklagte am Donnerstag zu neun Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Der 46-Jährige hatte einen Bekannten aus dem Drogenmilieu mit 20 Messerstichen in dessen Wohnung getötet.

Video [aktueller bericht, 07.06.2018, Länge 3:02 Min.]
Urteil im Folsterhöhe-Prozess

Das Landgericht ordnete für den Heroinabhängigen zudem nach zwei Jahren und neun Monaten die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Der in Kasachstan geborene Deutsche habe den halbseitig gelähmten russischen Bekannten, von dem er Drogen bezogen hatte, "brutal und in einem Gewaltexzess" getötet, hieß es in der Urteilsbegründung. Eine Notwehrsituation habe die Kammer nicht gesehen, ebenso wenig wie die Verwirklichung eines Mordmerkmals.

Allerdings sei wegen der langjährigen Heroinsucht eine erhebliche Verminderung der Steuerungsfähigkeit nicht auszuschließen. Mit der Strafe blieb die Kammer unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die zwölf Jahre gefordert hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 07.06.2018 berichtet.