Person füllt Urlaubsantrag aus (Foto: picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa)

Urlaub: EuGH sieht Arbeitgeber in der Pflicht

Martin Brinkmann / Onlinefassung: Jessica Becker   07.11.2018 | 19:20 Uhr

Der Europäische Gerichtshof hat am Dienstag klargestellt, dass es in der Verantwortung des Arbeitgebers liege, Urlaub zu gewähren. Das bedeutet, in der Regel kann Urlaub nicht verfallen.

Laut einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) verschenkt jeder dritte Arbeitnehmer Urlaubstage. Der EuGH in Luxemburg nimmt die Arbeitgeber in die Pflicht. Sie müssen dafür sorgen, dass ihre Beschäftigten ihren Urlaub auch tatsächlich nehmen und zwar unabhängig davon, ob sie einen Urlaubsantrag gestellt haben oder nicht. Der Anspruch erlischt nicht.

Stärkung der Arbeitnehmerrechte

Video [aktueller bericht, 07.11.2018, Länge: 2:18 Min.]
Urlaubsanspruch: Reaktionen zu EuGH-Urteil

"Das Urteil bedeutet eine Stärkung der Arbeitnehmerrechte, weil es klar sagt: Wenn ich meinen Urlaub nicht explizit angemeldet habe, heißt das nicht, dass ich darauf verzichte. Das Problem ist dort groß, wo wir eine Arbeitsverdichtung haben, wo oft beim Arbeitnehmer die Frage besteht, setze ich jetzt meine berechtigten Ansprüche durch, gefährde ich dadurch meinen Arbeitsplatz oder habe ich ein Recht darauf und nehme das in Anspruch", so Bettina Altesleben vom DGB Landesbüro Saar. "Wir raten den Arbeitnehmern natürlich, ihre Ansprüche rechtzeitig zu formulieren, mit dem Arbeitgeber und Kollegen eine Urlaubsplanung zu machen."

Aus Sicht des Verbandes saarländischer Unternehmer gibt es in den allermeisten Betrieben allerdings keine Probleme in Sachen Urlaub. Wer den Urlaub tatsächlich nicht nimmt, hat dann Anspruch auf eine Ausgleichszahlung.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 07.11.2018 berichtet.

Artikel mit anderen teilen