Ein Kunde lässt in einem Unverpackt-Laden Reis aus einem Behälter in ein Glas rieseln. (Foto: Sina Schuldt/dpa-Bildfunk)

Auch Unverpackt-Laden in Saarlouis schließt

  20.09.2022 | 10:09 Uhr

Einkaufen ohne Verpackungsmüll: der Trend der Unverpackt-Läden machte in den vergangenen Jahren auch im Saarland Schule. Doch die wirtschaftliche Krisenstimmung setzt dem Hype offenbar ein Ende. Erst schloss der Unverpackt-Laden in St. Wendel, Ende des Monats macht auch der Laden in Saarlouis dicht.

Einkaufen ohne Einwegverpackungen und damit die Umwelt entlasten: Die Idee der Unverpackt-Läden in Zeiten von immer mehr Plastikmüll, der den Klimawandel vorantreibt, ist einfach - und fand bei den Menschen Anklang. Nachdem der Trend vor einigen Jahren in Deutschland ankam, eröffneten viele dieser Läden – auch im Saarland.

Am 30. September ist Schluss

Doch die aktuelle wirtschaftliche Unsicherheit aufgrund der Energiekrise sowie ihrer weitreichenden Folgen trübt die Stimmung. Jüngst schloss der Unverpackt-Laden in St. Wendel dauerhaft seine Pforten. Nun gab auch der Laden in Saarlouis knapp zweieinhalb Jahre nach seiner Eröffnung bekannt, Ende September dicht zu machen. Schon Ende August gaben die Gründer bekannt, unter finanziellen Problemen zu leiden.

Jetzt der endgültige Schlussstrich zum 30. September. Die Gründe seien vielfältig. „Angefangen mit einer unvorhersehbaren Pandemie, dem Ukraine-Krieg, der Inflation und den damit verbundenen Veränderungen im Kauf- und Konsumverhalten“, schreiben die Macher auf Instagram. Auch Probleme in den Lieferkette und die stark steigenden Rohstoffpreise hätten die Entscheidung beeinflusst.

Eppelborn schließt nicht

Geöffnet bleibt hingegen der Unverpackt-Laden in Eppelborn. "Wir sind weiterhin für euch da. Natürlich müsst ihr dafür weiter bei uns einkaufen", teilte die Geschäftsinhaberin auf ihrer Facebook-Seite mit.

Saarbrücker Unverpackt-Laden bleibt offen

Auch der erste Unverpackt-Laden im Saarland, der in Saarbrücken, bleibt bestehen. "Wir sind stabil auf niedrigem Niveau", sagte die Inhaberin auf SR-Anfrage. Zwar seien die Zahlen aufgrund der aktuell schwierigen Lage etwas zurückgegangen. Man verfüge aber über eine treue Stammkundschaft, die bereits seit der Eröffnung 2017 im Unverpackt-Laden in der Innenstadt einkaufe.

Anders sei es in St. Ingbert gelaufen, wo man im Mai schließen musste. "Den Laden haben wir 2020 mitten in der Pandemie eröffnet. Dort hat uns diese Stammkundschaft gefehlt, die wir hier in Saarbrücken haben."

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