Uniklinik Homburg (Foto: SR)

Weitere Zeugen im U-Ausschuss zur Uniklinik gehört

Thomas Gerber / Onlinefassung: Thomas Braun   04.02.2020 | 17:40 Uhr

Der Untersuchungsausschuss zum mutmaßlichen Missbrauchsskandal an der Homburger Uniklinik hat am Dienstag seine Beweisaufnahme fortgesetzt. Als Zeugen wurden eine ehemalige Kollegin des verstorbenen Assistenzarztes sowie der renommierte Homburger Gerichtspsychiater Professor Michael Rösler gehört.

Der Chef der Kinder- und Jugendpsychiatrie hatte Rösler hinzugezogen, bevor die UKS Ende 2014 nach mehreren Hinweisen schließlich Strafanzeige gegen den Assistenzarzt erstattet hatte. Im U-Ausschuss am Dienstag sagte Rösler, dass es sich bei dem beschuldigten Assistenzarzt mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Pädophilen mit homosexuellen Neigungen gehandelt habe, der mit allen Mitteln von Kindern ferngehalten werden müsse. Dies habe er auch damals seinem Kollegen und anderen Vertretern des UKS so mitgeteilt.

Video [aktueller bericht, 04.02.2020, Länge: 2:50 Min.]
Neue Zeugen zum Missbrauchsskandal der Uniklinik angehört

Kollegialer Rat - kein Gutachten

Wobei Rösler seine Einschätzung relativierte – es habe sich dabei nicht um ein Gutachten, sondern um einen kollegialen Rat, ein Meinungsbild gehandelt. Denn selbst gesehen habe er den Assistenzarzt nie. Das Meinungsbild basierte lediglich auf Angaben, die der Chef der Kinder- und Jugendpsychiatrie gemacht habe.

Trotzdem taucht Röslers Meinungsbild in der späteren Strafanzeige des UKS auf. Die Frage, warum der Assistenzarzt nach ersten Hinweisen 2011 weitere drei Jahre in der Ausscheidungsambulanz arbeiten durfte, konnte Rösler am Dienstag nicht beantworten.

Zuvor hatte eine ehemalige Kollegin des Assistenzarztes, die kurze Zeit mit ihm zusammengearbeitet hatte, berichtet, dass Kinderschutz in der Ausscheidungsambulanz eigentlich kein Thema gewesen sei.

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