Das Schild der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Homburg (Foto: SR)

Missbrauchsskandal an Uniklinik wird aufgearbeitet

Thomas Gerber   24.09.2019 | 06:00 Uhr

Heute beginnt die parlamentarische Aufarbeitung des Missbrauchsskandals an der Homburger Uniklinik. Am Nachmittag kommt im Landtag der Untersuchungsausschuss zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Er war mit den Stimmen aller Fraktionen eingesetzt worden.

Wer hat wann was über die mutmaßlichen Missbrauchsfälle in der Homburger Kinder- und Jugendpsychiatrie erfahren? Wurden tatsächlich weder das zuständige Wissenschafts- noch das Gesundheitsministerium über den schlimmen Verdacht gegen den inzwischen verstorbenen Assistenzarzt durch die Klinikleitung informiert? Warum behielt die damalige Justizstaatssekretärin Anke Morsch ihr Wissen über das Ermittlungsverfahren für sich, gab es weder an die Kollegen vom Gesundheits- noch vom Wissenschaftsministerium weiter? Warum wurden Eltern und Betroffene zunächst völlig außen vor gelassen?

Auch präventive Maßnahmen erarbeiten

Diese Fragen soll der U-Ausschuss unter anderem klären. Aber die Abgeordneten wollen am Ende ihrer Arbeit nicht nur Fehler und die dafür Verantwortlichen benennen, sondern auch präventiv wirken. Neue Kinderschutzkonzepte sollen laut Einsetzungsbeschluss erarbeitet werden.

In der ersten Sitzung werden heute Formalia für die Ausschussarbeit beschlossen und erste Akten und Unterlagen insbesondere von der Staatsanwaltschaft angefordert. Die eigentliche Arbeit des U-Ausschusses dürfte erst in einigen Wochen beginnen.

Hintergrund

Etliche Fälle in Homburg
Möglicher Kindesmissbrauch an Uni-Klinik [24.06.2019]
Über Jahre soll ein Assistenzarzt im Universitätsklinikum in Homburg etliche Kinder sexuell missbraucht haben. Die betroffenen Eltern wurden nicht informiert, obwohl das Klinikum schon Anzeige erstattet hatte. Auch frühe Hinweise aus der Belegschaft wurden offenbar unzureichend beachtet.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 23.09.2019 berichtet.

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