Logo der Uniklinik Homburg (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

U-Ausschuss prüft Missbrauchs-Skandal

  28.08.2019 | 21:10 Uhr

Der Landtag hat einen Untersuchungsausschuss zum Missbrauchs-Skandal an der Uni-Klinik in Homburg eingesetzt. Die Abgeordneten votierten einstimmig für den entsprechenden Antrag.

Der Untersuchungsausschuss soll prüfen, wie die zuständigen Stellen mit Verdachtsmomenten und Anhaltspunkten für Missbrauch umgegangen sind und warum Eltern und Betroffene darüber jahrelang nicht informiert wurden. Er soll nicht nur die Versäumnisse am Universitätsklinikum aufklären, sondern auch, wie Landesregierung, Jugendämter und andere beteiligte Behörden mit dem Fall umgegangen sind.

Video [aktueller bericht, 28.08.2019, Länge: 2:58 Min.]
Untersuchungsausschuss zum Homburger Missbrauchsskandal

U-Ausschuss zum Homburger Missbrauchsskandal
Audio [SR 3, Carolin Dylla, 28.08.2019, Länge: 03:07 Min.]
U-Ausschuss zum Homburger Missbrauchsskandal

Die Frühwarnsysteme und der Kinderschutz hätten im Fall an der Uni-Klinik versagt, sagte die CDU-Abgeordnete Jutta Schmitt-Lang. Es gebe noch immer viele offene Fragen, die der U-Auschuss klären müsse: etwa die Rolle der damals zuständigen Justizstaatssekretärin Anke Morsch (SPD).

Die SPD-Abgeordnete Martina Holzner betonte, die Strukturen müssten geändert werden. Das Vertrauen in die Klinik sei stark beschädigt worden. Holzner warnte aber vor einem Generalverdacht gegen alle Ärzte.

Frühe Hinweise, späte Information

Ähnlich sieht das Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine. Für ihn ist zudem nicht nachvollziehbar, dass es Jahre gedauert hat, bis die Vorgänge bekannt wurden. Bereits 2005 habe es erste Hinweise auf die pädophilen Neigungen des Arztes gegeben, auch der Personalrat der Klinik habe Bescheid gewusst. Die Öffentlichkeit sei aber erst informiert worden, als Recherchen des ARD-Magazins Monitor bekannt wurden.


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Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.08.2019 berichtet.

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