Ministerpräsident Tobias Hans bei DR. Theiss Naturwaren (CDU)  (Foto: SR)

Saar-Unternehmen helfen im Kampf gegen Corona

Karin Mayer / Onlinefassung: Anne Staut   28.03.2020 | 08:15 Uhr

Sie werden händeringend gebraucht: Desinfektionsmittel für Kliniken, Pflegeheime, Ärzte und Privatpersonen. Dr. Theiss Naturwaren und der Großhandel Toussaint sorgen derzeit dafür, dass Hände steril bleiben.

Desinfektionsmittel für das Saarland
Video [SR.de, Karin Mayer, 28.03.2020, Länge: 01:55 Min.]
Desinfektionsmittel für das Saarland

Eigentlich ist gerade Hochsaison bei Dr. Theiss Naturwaren. Die Auftragsbücher sind voll. Denn es ist Erkältungssaison. Hustensäfte, Halsbonbons, Ibuprofen-Zubereitung, das ist Teil des normalen Geschäfts. Weil aber Desinfektionsmittel fehlen, hat Geschäftsführer Giuseppe Nardi auf Anfrage der saarländischen Landesregierung jetzt die Hebel umgelegt. Seit zwei Wochen ist eine zusätzliche Produktionslinie angelaufen. Das Ziel: 200.000 Liter Desinfektionsmittel für Kliniken, Ärzte und Apotheken im Saarland.

100 Jobs für Beschäftigte aus der Gastronomie

Dafür machen die Mitarbeiter zusätzliche Schichten und Überstunden. Ein Glücksfall aber auch für rund 100 Beschäftigte aus der Gastronomie. Sie werden jetzt bei Dr. Theiss Naturwaren eingesetzt. Vermittelt hat Giuseppe Nardi selbst. Er betreibt in Homburg auch ein Hotel und ein Restaurant, die coronabedingt schließen mussten.

Großhandel Toussaint mit Sonderschichten

Sonderschichten für Desinfektionsmittel aus dem Saarland.
Audio [SR 3, Karin Mayer, 28.03.2020, Länge: 03:34 Min.]
Sonderschichten für Desinfektionsmittel aus dem Saarland.

Dass Desinfektionsmittel gefragt sind wie nie, weiß auch Jürgen Jarolimeck. Er ist Geschäftsführer beim Großhandel für Reinigungsmittel Toussaint in Hanweiler. Die Nachfrage ist enorm, die Versorgung klappt trotzdem, betont der Familienunternehmer. Er kann auf Lieferanten zählen, mit denen er seit vielen Jahren zusammenarbeitet.

80.000 Liter Desinfektionsmittel in einer Woche

Auch am Sonntag rollen die Toussaint-LKW jetzt zu den Lieferanten. Damit Kliniken und Pflegeheime im Saarland und in Rheinland-Pfalz beliefert werden können. Das klappt nur, weil die Mitarbeiter mitziehen. In einer Woche hat der Großhändler nach eigenen Angaben 80.000 Liter Desinfektionsmittel ausgeliefert. Jürgen Jarolimeck hat eine Mailhotline für Ärzte eingerichtet, die Handdesinfektionsmittel oder Atemschutzmasken brauchen. Das Unternehmen beschäftigt rund 400 Mitarbeiter in der Gruppe.

Weitere Unternehmen stellen Produktion um

Auch andere Unternehmen im Saarland haben ihre Produktion aufgrund der Coronapandemie umgestellt. Die Saarbrücker Event- und Medienagentur Inszene Media hat etwa eine "Schutzvisier-Factory" gegründet. Die Marketing- und Vertriebsagentur Rote Robben setzt hingegen auf die Produktion von Spuckschutzwänden aus Kunststoff. In der Behindertenwerkstatt WZB in Neunkirchen werden nun täglich 400 Mundschutzmasken gefertigt. Die ersten 600 konnten am Freitag an den saarländischen Ministerpräsidenten, Tobias Hans, übergeben werden.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 28.03.2020 berichtet.

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