Eine goldfarbene Justitia-Figur steht vor Aktenmappen (Foto: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

Für Gross zeichnet sich Niederlage vor Gericht ab

Thomas Gerber   16.11.2020 | 15:51 Uhr

Im Eilverfahren gegen den Stadionmanager und GIU-Chef Martin Welker zeichnet sich für die St. Ingberter Baufirma Peter Gross eine Niederlage ab. Dies ist am Montag bei der Verhandlung über die von Gross gegen Welker erhobene Unterlassungsklage vor dem Landgericht deutlich geworden.

Welker lehnt Vergleich mit Baufirma Gross ab
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 16.11.2020, Länge: 01:11 Min.]
Welker lehnt Vergleich mit Baufirma Gross ab

Die Firma Peter Gross will erreichen, dass Welker Äußerungen zu angeblichen Baumängeln und Ungereimtheiten beim Bau des Saarbrücker Ludwigsparkstadions unter Androhung eines Ordnungsgelds von 250.000 Euro untersagt werden.

Die 16. Zivilkammer wollte die seit Wochen ausgetragene Schlammschlacht zwischen Gross und Welker beenden und schlug den Streithähnen einen Vergleich vor. Demnach sollten sie auf gegenseitige öffentliche Anfeindungen in Zukunft verzichten und den Streit etwa über unbezahlte Rechnungen nicht in den Medien, sondern vor Gericht austragen.

Freie Meinungsäußerung

Während Gross diesen Vorschlag akzeptiert hätte, schaltete Jurist Welker, der sich vor Gericht selbst vertrat, auf stur, lehnte den Vergleichsvorschlag ab und dürfte dabei gute Karten haben. Gross hatte Welker letztlich Geschäftsschädigung vorgeworfen und auf dessen Äußerungen unter anderem gegenüber dem SR verwiesen. Wonach Gross angeblich mangelhafte Leistungen abgeliefert haben soll.

Das Gericht deutete an, dass es diese und andere Äußerungen Welker durchgehen lassen will, da es sich nicht um Tatsachenbehauptungen, sondern um Meinungsäußerungen handele – weit entfernt von nicht erlaubter Schmähkritik. Die Unterlassungsklage von Gross, so die 16. Zivilkammer, sei deshalb wenig erfolgsversprechend. Am kommenden Montag will das Gericht seine Entscheidung verkünden.

Über dieses Thema haben auch die SR Hörfunknachrichten vom 16.11.2020 berichtet.

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