Geflüchtete aus der Ukraine. (Foto: picture alliance/dpa | Michael Kappeler)

Saar-Gemeinden nehmen Geflüchtete auf

mit Informationen von Steffani Balle   18.03.2022 | 18:12 Uhr

Täglich kommen geflüchtete Menschen aus der Ukraine im Saarland an. Die Mehrheit der Geflüchteten konnte in angemieteten Wohnungen untergebracht werden. Um die Kommunen bei der Unterbringung der Geflüchteten zu unterstützen, hat Innenminister Bouillon zwei Förderprogramme aufgelegt.

Jeweils rund 100, und damit die meisten Geflüchteten, melden am Freitag die Mittelstädte St. Ingbert und Homburg. Ottweiler folgt mit 79 offiziell aufgenommenen Ukrainerinnen und Ukrainern.

Video [aktueller bericht, 18.03.2022, Länge: 2:52 Min.]
Saar-Gemeinden nehmen Geflüchtete auf

Viele Geflüchtete privat untergebracht

In Saarlouis und Saarbrücken sind jeweils 55 Kriegsflüchtlinge offiziell gemeldet. In der Landeshauptstadt gibt es allerdings eine 800 Personen umfassende ukrainische Gemeinschaft, sodass die Verwaltung annimmt, dass sehr viel mehr Menschen aus der Ukraine bereits Unterkunft bei Verwandten und Freunden gefunden haben.

Neunkirchen, Püttlingen und Dillingen nennen rund 40, Saarwellingen, Quierschied, Schwalbach und Merchweiler rund 20 Neuankömmlinge. In Marpingen, Mandelbachtal, Perl, Bous und Bexbach wurden offiziell rund zehn, in Mettlach und St.Wendel dagegen noch keine Geflüchteten aufgenommen.

Privates Wohnungsangebot derzeit größer als Bedarf

Die Allermeisten wurden in angemietetem Wohnraum untergebracht, in Saarbrücken vorübergehend in einer Halle, worauf sich auch Homburg und Wadgassen vorbereiten.

Das große Angebot an Gastfamilien werde momentan zwar auch gerne genutzt, sollte aber lediglich als vorübergehende Notlösung dienen, darauf weist die Stadt Püttlingen hin. Ziel sei es, den Ankömmlingen schnellstmöglich dauerhaften Wohnraum zu ermöglichen.

Das Angebot an privaten Wohnungen und Hilfe übersteigt nach Auskunft aus den Rathäusern derzeit die Nachfrage, wofür die Verwaltungen sehr dankbar sind. Allerdings sei dies erst der Anfang und man rechne mit deutlich steigendem Bedarf in den kommenden Wochen.

Förderprogramme sollen Kommunen helfen

Innenminister Klaus Bouillon (CDU) hat unterdessen zwei Programme aufgelegt, um die Kommunen bei der Unterbringung der Geflüchteten zu unterstützen. Zum einen werden laut Innenministerium Mittel in Höhe von fünf Millionen Euro bereitgestellt.

Die Gelder werden anhand des aktuellen Verteilschlüssels des Landes an Gemeindeverbände und die Landeshauptstadt Saarbrücken weitergegeben. Den größten Anteil erhält demnach der Landkreis Saarlouis mit 980.000 Euro, den niedrigsten der Landkreis St. Wendel mit 502.000 Euro.

Mit dem Geld sollen kurzfristig Unterbringungsmöglichkeiten für die Geflüchteten etwa in Sammelunterkünften oder Containern geschaffen werden. Außerdem könne damit etwa auch Wohnraum angekauft oder auch ausgestattet werden. Ein Antrag ist nicht notwendig. Die Umsetzung sei bis Ende 2022 möglich.

Saar-Gemeinden nehmen Geflüchtete auf
Audio [SR 3, Steffanie Balle, 19.03.2022, Länge: 01:25 Min.]
Saar-Gemeinden nehmen Geflüchtete auf

Mehr Geld für Wohlfahrtsverbände

Das zweite Programm des Innenministers sieht eine Ein-Jahres-Mietkostenerstattungsgarantie für die Kommunen vor. Die Kommunen sollen auf dem privaten Wohnungsmarkt möglichst viele Wohnungen anschaffen.

Die Mietkostenerstattungsgarantie greife dann, wenn die Mieterinnen und Mieter ausziehen und ein Leerstand entstehen würde. Bouillon geht jedoch davon aus, "dass Nachfolgevermietungen jederzeit gefunden werden können."

Das Land will zudem die finanzielle Unterstützung für Projekte von Wohlfahrtsverbänden wie etwa Sozialberatungen, Asylbegleitung oder auch die Hausaufgabenbetreuung um mehrere Hunderttausend Euro erhöhen. Dazu sei das Land bereits im Gespräch mit den Verbänden.


Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 18.03.2022 berichtet.

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