Logo der Uniklinik Homburg (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Erneut Konsequenzen aus Missbrauchsaffäre gefordert

Thomas Gerber / Onlinefassung: Thomas Braun   09.09.2021 | 06:36 Uhr

Im Vorfeld der heutigen Sitzung des Aufsichtsrats der Homburger Uniklinik (UKS) hat die SPD-Landtagsfraktion erneut gefordert, personelle Konsequenzen aus der Missbrauchsaffäre zu ziehen. Kritik gibt es unter anderem am kaufmännischen Direktor des Klinikums.

Mehr als zwei Jahre nach Bekanntwerden der mutmaßlichen Fälle von Kindesmissbrauch sei der Aufklärungswille beim UKS und der Staatskanzlei offenbar erlahmt, sagte der SPD-Obmann im Untersuchungsausschuss Jürgen Renner. So sei inzwischen klar, dass insbesondere der kaufmännische Direktor der UKS Ulrich Kerle Pflichtverletzungen begangen habe.

Spätestens als 2014 Strafanzeige gegen den Assistenzarzt erstattet worden sei, hätte er die Krankenhausaufsicht im Ministerium aber auch die betroffenen Eltern informieren müssen. Dieser Informationspflicht sei er aber nicht nachgekommen. Hier müssten endlich Konsequenzen geprüft werden.

Umstrukturierung soll vorgeschlagen werden

Die CDU-Abgeordnete Jutta Schmitt-Lang äußerte sich ähnlich. Der Vorstand der UKS müsse grundsätzlich neu strukturiert werden, dabei sei auch die Rolle von Direktor Kerle zu hinterfragen.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats und Chef der Staatskanzlei Henrik Eitel erklärte auf SR Anfrage, er wolle den Beratungen des Gremiums zwar nicht vorgreifen. Grundsätzlich aber seien ihm keine neuen Tatsachen bekannt, die etwa eine Entlassung des kaufmännischen Direktors rechtfertigen würden.

Zugleich werde er aber eine Umstrukturierung des UKS-Vorstands vorschlagen.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 09.09.2021.

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