Ein Arbeitnehmer in einem Büro sieht sich mit zahlreichen Anforderungen konfrontiert. (Foto: dpa)

Ungesundes Arbeitsklima im Saarland

Jakob Hartung   24.11.2019 | 14:56 Uhr

Saarländische Beschäftigte fühlen sich besonders häufig bei der Arbeit unter Zeit- und Leistungsdruck. Laut der Bundesregierung sind davon mehr als die Hälfte der Saarländer betroffen. Das kann Auswirkungen auf die Gesundheit haben, sagt die Arbeitskammer.

Das Saarland holt sich mit Spitzenwerten einen traurigen ersten Platz bei häufigem Zeit- und Leistungsdruck auf der Arbeit. 53,4 Prozent der Saarländer gaben 2018 an, häufig Termin- oder Leistungsdruck zu verspüren, 36,5 Prozent nur manchmal. Davon belastet fühlen sich 66,7 Prozent der Befragten. Im Jahr 2012 hatten bei der gleichen Umfrage ganze zehn Prozent weniger saarländische Arbeitnehmer über häufigen Termin- oder Leistungsdruck geklagt.

Die Zahlen stammen aus einer von der Bundesregierung veröffentlichten Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion. Sie hatten nach der so genannten „Arbeitsintensivierung“ in Deutschland gefragt. Diese würde für Beschäftigte meist erhöhten Stress bedeuten und trage zum dramatischen Anstieg von Krankentagen aufgrund von psychischen und Verhaltensstörungen bei. Dem aktuellen DAK-Report zufolge liegt der saarländische Krankenstand über dem Bundesdurchschnitt und der zweithäufigste Ausfallgrund sind psychische Leiden.

Störungen und Unterbrechungen

Laut der Bundesregierung trägt ein weiteres Phänomen zur problematischen Arbeitsatmosphäre in Deutschland bei: Über 55 Prozent der saarländischen Beschäftigten fühlen sich häufig bei der Arbeit gestört oder unterbrochen. Davon empfinden das mehr als die Hälfte auch als störend. Dies stellt einen Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Ergebnis von 2012 dar.

Zu den Zahlen erklärt Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes: „Leistungsdruck und Zeitdruck hängen zusammen“. "Die Auswirkungen von Zeit- und Leistungsdruck an der Zunahme der arbeitsbedingten Erkrankungen betreffen sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit". Laut Otto sollte das Ziel sein „mehr Personal, mehr Weiterbildung und eine gesundheitsförderliche Gestaltung der Arbeitsplätze“ zu schaffen.

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