Das Homburger Rathaus (Foto: SR)

Ungereimtheiten bei Vermietung von Homburger Immobilien

Thomas Gerber / Onlinefassung: Thomas Braun   08.10.2020 | 10:13 Uhr

Nach den Ungereimtheiten bei der Vermietung von zwei städtischen Immobilien fordern die Grünen im Homburger Stadtrat, die Verantwortlichen in Regress zu nehmen. Die Stadt hatte zwei Wohnungen in Erbach deutlich unter Wert vermietet.

Durch die nahezu kostenfreien Vermietungen sei der Stadt ein Schaden von mehreren Zehntausend Euro entstanden, sagte der Grünen-Stadtverordnete Winfried Anslinger im Anschluss an die Sitzung des Hauptausschusses am Mittwoch. Dies müsse gegenüber den Verantwortlichen der Stadt - unter anderem beim suspendierten Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind - geltend gemacht werden.

Mietverträge aus der Amtszeit Schöners

Die Mietverträge seien zwar zur Amtszeit von Schneidewinds Vorgänger Karlheinz Schöner abgeschlossen worden. Schneidewind aber habe es versäumt, die Mieten an die ortsüblichen Sätze von fünf Euro pro Quadratmeter anzupassen. Nicht nachvollziehbar sei zudem, wieso die Ungereimtheiten über Jahre nicht aufgefallen seien und erst jetzt durch einen Bericht des Rechnungsprüfungsamtes über das Haushaltsjahr 2015 bekannt geworden seien.

Vermietung im Gegenzug für kostenlose Leistung der Unternehmen

Die Stadt hatte ab etwa 2014 zwei Wohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Landesaufnahmelagers in Homburg-Erbach vermietet. Der Betreiber einer Schlagzeugschule musste für eine 200 Quadratmeter große Wohnung lediglich 50 Euro monatlich an Miete und 250 Euro Nebenkosten zahlen. Zweiter Mieter war eine Sicherheitsfirma, die für eine 100 Quadratmeter große Wohnung lediglich die Nebenkosten begleichen musste.

Im Gegenzug sollten beide Mieter kostenlose Leistungen für die Stadt erbringen. Diese Gegenleistungen waren aber laut Rechnungsprüfungsamt weder "konkretisiert" noch "dokumentiert".

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