Mehrere Artikel liegen in einem Einkaufswagen in einem Supermarkt. (Foto: picture alliance/dpa | Fabian Sommer)

Nahrungsmittelversorgung im Saarland sichergestellt

Julia Berdin / Onlinefassung: Kasia Hummel   08.04.2022 | 14:24 Uhr

Die Nahrungsmittelversorgung im Saarland ist nach den Worten von Umweltminister Reinhold Jost (SPD) sichergestellt. Es gebe keinen Grund für „unsolidarische Hamsterkäufe“. Allerdings habe der Krieg in der Ukraine auch Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise.

Der Ukraine-Krieg treibt auch in Deutschland die Preise in die Höhe: Die Spritpreise gehen zeitweilig durch die Decke, die Energiepreise steigen und auch bei den Lebensmitteln zeichnen sich Preiserhöhungen ab.

Enorme Preissteigerungen seien vor allem bei Butter und Öl zu beobachten: Im März waren diese Produkte 20 bis 30 Prozent teurer als im Vormonat, sagte Umweltminister Jost. Insgesamt stiegen die Lebensmittelpreise um sieben Prozent.

Angespannte Lage bei den Tafeln

Entwicklungen, die auch die Tafeln im Saarland zu spüren bekommen. Die Nachfrage hat deutlich zu-,  das Angebot aber gleichzeitig abgenommen. Der Handel liefert weniger Ware an die Tafeln.

Um hier kurzfristig für Entlastung zu sorgen, stellt das Umweltministerium den saarländischen Tafeln 150.000 Euro in Form von frischem Obst und Gemüse bereit -  Restmittel aus dem Schulobstprogramm, die wegen der Pandemie nicht abgerufen wurden. Bereits vor zwei Jahren hatte das Ministerium während des Lockdowns das Schulobst an die Tafeln weitergereicht.

Folgen für die Landwirtschaft

Die gestiegenen Preise treffen auch die saarländische Landwirtschaft: Neben Energie sind vor allen Düngemittel, Saatgut und Tierfutter teurer geworden -  teilweise um das Vier- bis Fünffache.

Umweltminister Jost will langfristig den Selbstversorgungsgrad im Saarland steigern. Etwa indem die regionalen Wertschöpfungsketten gestärkt werden - zum Beispiel mit neuen Schlachtstätten. Dadurch könnten etwa neue Anreize für die regionale Fleischproduktion geschaffen werden.

Unabhängiger von Importen werden

Zudem soll im Saarland künftig der Anbau von Eiweiß- und Energiepflanzen stärker gefördert werden, um sich unabhängiger von Importen zu machen.

Weiterhin macht sich der Minister für die zeitweise Nutzung von landwirtschaftlichen Brachflächen stark, die aktuell aus Naturschutzgründen freigehalten werden müssen. Doch hier gibt es auf Bundesebene noch keine Einigung.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 08.04.2022 berichtet.

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