Ein Smartphone zeit «Kein Netz» an (Foto: dpa/Inga Kjer)

Keine neuen Funklöcher bei 3G-Abschaltung erwartet

Thomas Braun   11.07.2020 | 08:43 Uhr

Die großen Mobilfunkanbieter in Deutschland wollen sich nach und nach von dem alten UMTS- bzw. 3G-Standard verabschieden. Millionen Handynutzer in Deutschland sind davon betroffen. Größere Probleme sieht die saarländische Landesregierung dadurch aber nicht - insbesondere erwartet sie keine neuen Funklöcher.

Der alte Standard muss weichen, um die Frequenzen für die aktuellen LTE- und 5G-Technologie zu verwenden, mit der deutlich mehr Daten übertragen werden können. Als erster großer Anbieter hat Vodafone mit dem 30. Juni 2021 ein konkretes Abschaltdatum verkündet, laut Medienberichten könnten Telekom bis Ende 2021 und O2 im Jahr darauf folgen.

Noch 48 Millionen aktive UMTS-SIM-Karten

Der alte Standard ist noch weit verbreitet, von den rund 107 Millionen aktiven SIM-Karten in Deutschland nutzten vergangenes Jahr laut Bundesnetzagentur 48 Millionen, also rund 45 Prozent die veraltete Netztechnologie.

Dass von einer Abschaltung potenziell auch viele Saarländer betroffen wären, ist für die saarländische Landesregierung kein Grund zu Besorgnis, wie aus einer Antwort auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Lutz Hecker hervorgeht.

Reine Sprachtelefonie nicht betroffen

Zum einen verweist die Regierung darauf, dass die 2G-Netze nicht abgeschaltet würden - reine Telefongespräche also weiterhin flächendeckend möglich seien. Außerdem gebe es mittlerweile "besonders erschwingliche LTE-Tarife im Discount-Bereich". Durch den Wechsel in einen solchen Tarif könnten betroffene Nutzer also selbst Abhilfe schaffen.

Leistungsfähigere Netze bei gleicher Abdeckung

Dass mit der Abschaltung der alten Netze die Mobilfunkabdeckung im Saarland schlechter werden könnte, befürchtet die Landesregierung ebenfalls nicht. Da in aller Regel beim Abschalten von UMTS am gleichen Standort LTE oder 5G augeschaltet würde, zeichne sich vielmehr "eine Leistungssteigerung der Netze bei gleichbleibender Flächenabdeckung" ab.

Zudem würde durch den unabhängig davon vorangetriebenen LTE-Ausbau die Abdeckung mit mobilem Internetzugang in den kommenden Monaten und Jahren noch einmal deutlich verbessert.

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