ZF Saarbrücken (Foto: Karin Mayer/SR)

Umsatz- und Gewinneinbruch bei ZF durch Corona

Karin Mayer   07.08.2020 | 14:55 Uhr

Im ersten Halbjahr 2020 ist das Nettoergebnis beim Technologiekonzern ZF dramatisch eingebrochen. Während der Corona-Krise sank die Nachfrage. In Saarbrücken setzt ZF bis 2030 auf Hybrid-Getriebe.

"Investitionen dramatisch zurückgegangen"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Renate Wanninger / Karin Mayer, 07.08.2020, Länge: 03:29 Min.]
"Investitionen dramatisch zurückgegangen"

Die Corona-Pandemie trifft den Technologiekonzern ZF mit voller Wucht. ZF hat im ersten Halbjahr des Jahres 177 Millionen Euro Verlust gemacht, im Vorjahreszeitraum noch 648 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern. Der Umsatz ist um 27 Prozent eingebrochen und liegt nun bei 13,5 Milliarden Euro.

Entscheidendes Signal an die Beschäftigten: Der Konzern stellt sich langfristig auf eine niedrigere Fahrzeugproduktion ein. Auch in den nächsten drei Jahren werde das Niveau von 2019 nicht mehr erreicht, sagte der Vorstandvorsitzende Wolf Henning Scheider.

Saarbrücken setzt auf Plugin-Hybrid

Der Wandel in der Autoindustrie werde durch die Corona-Pandemie beschleunigt. ZF konzentriert sich künftig auf Elektromobilität, autonomes Fahren und Software.

Am Standort Saarbrücken setzt ZF auf den Plugin-Hybrid. Wolf Henning Scheider erwartet, dass der Hybrid in den nächsten Jahren eine wesentliche Rolle spiele. Damit seien die Werke im Saarland bis 2030 ausgelastet. Für die Zeit danach sollten laut Tarifvertrag Transformation nun Gespräche für die Zukunft geführt werden, um die Standorte strategisch auszurichten.

Investitionen wurden im ersten Halbjahr reduziert, die Kosten im Konzern konnten um eine Milliarde Euro gedrückt werden.

Weltweit hat ZF im ersten Halbjahr bereits 5300 Stellen abgebaut. In den kommenden Jahren sollen weltweit weitere 15.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, allerdings an den deutschen Standorten ohne Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2022. Der Konzern bietet aber Abfindungen und Altersteilzeit an, um die Mitarbeiterzahlen zu reduzieren.

Sinkende Nachfrage

Während der Corona-Krise ist die Nachfrage weltweit eingebrochen. Zwar sind nach Unternehmensangaben die Werke in China wieder voll ausgelastet, an vielen Standorte in Europa und Nordamerika ist das aber nicht der Fall. Auch das Windkraftgeschäft und Werke für Elektronikkomponenten seien gut ausgelastet.

Für das Gesamtjahr hofft der Konzern auf ein positives bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

ZF hat im Saarland derzeit über 8000 Beschäftigte.

Ein Thema in der Bilanz am Mittag im SR 2 Kulturradio am 08.08.2020.

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