Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer (Foto: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa)

Umfragen-Rückenwind für Kramp-Karrenbauer

  05.12.2018 | 10:38 Uhr

Der Kampf um den CDU-Vorsitz geht in die entscheidende Phase. Nach den jüngsten Umfragen läuft es auf einen Zweikampf zwischen Friedrich Merz und Annegret Kramp-Karrenbauer hinaus. Die frühere saarländische Ministerpräsidentin ist die Favoritin in den Befragungen - und kann auch innerparteilich auf die Unterstützung wichtiger CDU-Organisationen bauen.

Unter den Kandidaten für den künftigen CDU-Vorsitz ist Annegret Kramp-Karrenbauer nach einer Umfrage bei den Bundesbürgern deutlich beliebter als ihr Kontrahent Friedrich Merz. In einer am Montag veröffentlichten Forsa-Erhebung für das RTL/n-tv-"Trendbarometer" bezeichneten 42 Prozent der Befragten die CDU-Generalsekretärin als glaubwürdig, 41 Prozent als sympathisch und 41 Prozent als bodenständig. Der ehemalige Unionsfraktionschef kam in den drei Kategorien nur auf 15, neun und zehn Prozent. Nach dem dritten Bewerber Jens Spahn wurde nicht gefragt, weil diese als aussichtslos gelte, wie es hieß.

Auch im jüngsten ARD-Deutschlandtrend vom vergangenen Freitag liegt die frühere Saar-Ministerpräsidentin im Wettbewerb um den Parteivorsitz weiter vorn. Unter den CDU-Anhängern hätten sie 48 Prozent gerne als neue Partei-Chefin. 35 Prozent sind demnach für den früheren Fraktionschef Merz. Nur zwei Prozent entscheiden sich für Gesundheitsminister Spahn.

CDA, Frauenunion und KPV signalisieren Unterstützung

Die Entscheidung auf dem Parteitag werden letztlich die 1001 Delegierten in Hamburg treffen. Zuletzt hatte sich der Vorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU (KPV) im Handelsblatt für Kramp-Karrenbauer stark gemacht. "Ich werde mich für Annegret Kramp-Karrenbauer einsetzen, weil ich glaube, dass sie politisch am breitesten aufgestellt ist", sagte Haase der Zeitung. 461 der insgesamt 1001 Delegierten auf dem Parteitag sind laut Handelsblatt Mitglied der KPV.

Auch die Spitze des CDU-Arbeitnehmerflügels hat zur Unterstützung der Saarländerin aufgerufen. In einem Brief an die Delegierten der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) für den CDU-Parteitag schreibe der CDA-Vorsitzende Karl-Josef Laumann, er sei "sehr froh, dass zumindest Annegret Kramp-Karrenbauer unsere inhaltlichen Gedanken bereits aufgenommen hat", berichtet "Focus Online". Es mache sich bemerkbar, dass Kramp-Karrenbauer bereits seit fast 30 Jahren CDA-Mitglied sei und "ein Gespür für unsere Herzensthemen hat".

Bereits direkt nach Bekanntgabe ihrer Kandidatur hatte die Frauenunion in der CDU ihre Unterstützung für Kramp-Karrenbauer signalisiert. "Wir werden unser Gewicht in die Waagschale werfen", sagte die Vorsitzende Annette Widmann-Mauz mit Blick auf den Parteitag. Es komme jetzt darauf an, gute Entscheidungen für die Zukunft der CDU und deren inhaltliche Ausrichtung zu treffen. Aus der Frauenunion kommt gut ein Drittel der Delegierten auf dem Parteitag.

Natürlich kann Kramp-Karrenbauer auch auf die Stimmen der 34 Delegierten aus dem Saarland zählen.

Mittelstandsvereinigung und Schäuble für Merz

Aber auch Friedrich Merz kann auf prominente Unterstützung hoffen. Merz als neuer Parteichef "wäre das beste für das Land", sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble in der FAZ. Und auch die Mittelstandsunion mit ihren 375 Delegierten stellt sich hinter Merz.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 03.12.2018 berichtet.

Artikel mit anderen teilen