Hubert Ulrich  (Foto: Imago/BeckerBredel)

Ulrich weist Kritik erneut zurück

Florian Mayer und Axel Wagner   05.07.2021 | 13:37 Uhr

Der Spitzenkandidat für die Bundestagswahl der Saar-Grünen, Hubert Ulrich, hat im SR-Interview erneut seine Wahl verteidigt. Seinen Gegnern warf er vor, mit Tricks und Märchen zu arbeiten. Für den Rückzug der Landesvorsitzenden Barbara Meyer-Gluche äußerte er hingegen Verständnis.

Die Frage nach einer erneuten Kandidatur stelle sich jetzt nicht, so Hubert Ulrich. „Wir reden hier über ungelegte Eier.“ Gleichzeitig erklärte er mit Blick auf seine Wahl zum Spitzenkandidaten am 20. Juni: „Wenn ich von vorneherein gesehen hätte, dass das so eine dramatische Wendung nimmt, dann hätte ich das zum Schutz der Partei nicht gemacht.“

Video [aktueller bericht, 05.07.2021, Länge: 3:04 Min.]
Situation bei den Saar-Grünen verhärtet sich weiter

Parteitag am 17. Juli

Die Saar-Grünen kommen wahrscheinlich am 17. Juli zu einem Parteitag mit verkürzter Einladungsfrist zusammen. Das kündigte die kommissarische Landes-Geschäftsführerin Nadja Dominik am Montag gegenüber der dpa an. Dabei soll es sowohl um die Landesliste zur Bundestagswahl als auch um Nachwahlen im Landesvorstand gehen.

Eine Minderheit innerhalb der Partei versuche seit dieser Aufstellung mit allen Tricks, die Liste zu kippen. „Die geben vor, im Sinne der Grünen zu handeln, zerschlagen aber die Grünen hier im Saarland nachhaltig und mit einer Vehemenz, dass einem wirklich der Atem stockt.“

Ulrich kritisierte in diesem Zusammenhang auch den Grünen-Bundesvorstand und die Berichterstattung des SR und der Saarbrücker Zeitung. Diese hätten die Verantwortlichen massiv unter Druck gesetzt.

Bei den Saar-Grünen sei „eine Melange entstanden, bei der es eigentlich nur noch drunter und drüber geht“, so Ulrich. Aus seiner Sicht seien bisher alle Argumente der innerparteilichen Opposition in sich zusammengefallen. Daher bleibt der Ex-Landeschef auch bei seiner Meinung, die aktuelle Liste sei einreichbar. „Sollten noch juristische Problemstellungen auftauchen, die ein Gericht feststellt, das müsste ja erst mal bestehen, dann muss eine neue Liste aufgestellt werden. Das ist für mich auch ganz klar. Aber dieser Fall müsste erst mal eintreten. Der liegt aber gar nicht auf dem Tisch.“

Hubert Ulrich: "Hier werden rein persönliche Animositäten als Politik verkauft"
Audio [SR 3, Simin Sadeghi, 05.07.2021, Länge: 04:13 Min.]
Hubert Ulrich: "Hier werden rein persönliche Animositäten als Politik verkauft"

Kritik an Tressel und Schöpfer

Ulrich kritisierte zudem die Ex-Landesvorstände Tressel und Schöpfer: diese beklagten jetzt Verhältnisse, in denen sie selbst die letzten Jahre gut gelebt hätten und gewählt worden seien. Für den Rückzug Meyer-Gluches äußerte Ulrich Verständnis. Sie sei im neunten Monat schwanger und stehe „unter einem furchtbaren Druck von allen Seiten“.

Chaos bei den Grünen: Wie geht es weiter?
Audio [SR 3, (c) SR Janek Böffel , 05.07.2021, Länge: 04:07 Min.]
Chaos bei den Grünen: Wie geht es weiter?

Alle, die nun Hinterzimmertreffen oder Whatsapp-Gruppen kritisierten, würden diese selbst nutzen. „Es werden ständig Normalitäten kritisiert“, so Ulrich wörtlich. „Das Einzige, was meine Gegner mir wirklich vorwerfen können, ist die Tatsache, dass ich eben als Spitzenkandidat kandidiert habe und dass ungefähr zwei Drittel der Delegierten im Landesverband mich unterstützt haben.“

Kommentar

Über dieses Thema hat auch die SR3 Region am Mittag vom 05.07.2021 berichtet.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja