Ein Mann liegt an einem Beatmungsgerät. (Foto: picture alliance/Drägerwerk/dpa)

Leichte Übersterblichkeit auch im Saarland

  08.05.2020 | 14:01 Uhr

Seit Ende März sind wegen der Corona-Epidemie im Saarland im Vergleich zu den Vorjahren mehr Menschen gestorben. Das belegen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Vor allem in der Altersgruppe der über 65-Jährigen ist eine deutliche Übersterblichkeit zu verzeichnen.

Die auffälligsten Anzeichen für eine Übersterblichkeit im Zusammenhang mit Covid-19 gab es bislang vor allem in der Woche vom 30. März bis 5. April, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilteIte. In diesem Zeitraum starben im Saarland insgesamt 315 Menschen. Das waren 42 beziehungsweise knapp 16 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre.

Wöchentliche Gesamttodeszahlen im Saarland

Ähnlich hoch war die Übersterblichkeit im Saarland in der Woche vom 23. bis 29. März mit 14,3 Prozent. In der letzten bislang erfassten Woche vom 6. bis 12. April lag die erhöhte Sterberat noch bei 12,4 Prozent.

Altersgruppe Ü65 besonders betroffen

Deutlich wird anhand der vorliegenden Zahlen auch, dass die erhöhte Sterberate vor allem durch viele Todesfälle in der Altersgruppe der über 65-Jährigen zustandekommt. Dort betrug die Übersterblichkeit in der Woche bis 5. April 24,2 Prozent. Zum Vergleich: Im selbsen Zeitraum betrug dieser Wert bei den unter 65-Jährigen -26,5 Prozent. Das bedeutet, in dieser Altersgruppe sind in besagtem Zeitraum 26,5 Prozent weniger Menschen gestorben als im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre.

Wöchentlich Verstorbene Ü65

Höhere Übersterblichkeit in Italien und Frankreich

Die jetzt dokumentierte Übersterblichkeit in Zusammenhang mit Covid-19 ist allerdings immer noch geringer als beim Höhepunkt der Grippewelle 2018. So starben 2018 in den ersten Märzhälfte mehr als 400 Menschen wöchentlich.

Im europäischen Vergleich ist die derzeitige Übersterblichkeit im Saarland laut den Experten des Statistischen Bundesamtes gering. Extrem hohe Zahlen gibt es demnach unter anderem in Frankreich, Italien und Spanien. So kommen Studien in Italien zu dem Ergebnis, dass etwa im besonders betroffenen Bergamo im März fast vier Mal so viele Menschen gestorben sind, wie in den Jahren zuvor im gleichen Zeitraum.

Auch im saarländischen Nachbardépartment Moselle, das ebenfalls stark von der Coronakrise betroffen ist, sind im März deutlich mehr Menschen gestorben als im Vorjahresmonat - ein Plus von etwa 40 Prozent.

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