Ein Luftfilter in einer Schule im Hintergrund Sitzen Personen mit Maske (Foto: picture alliance/dpa | Arne Dedert)

Über 3000 Luftreiniger für Grundschulen und Kitas

Anne Staut   22.08.2021 | 08:59 Uhr

Die Kommunen im Saarland haben bislang über 3000 Luftreiniger angeschafft, hat eine Abfrage des SR ergeben. Zum Schulstart sind damit in mehr als der Hälfte der Kommunen die Klassensäle der Grundschulen vollständig ausgestattet. Im Juli hatte das Innenministerium das Förderprogramm für Schulen und Kitas aufgestockt.

Das saarländische Innenministerium hatte im Juli die Fördermöglichkeiten für Luftreiniger ausgeweitet und verlängert. Seither sind alle Räume in Grundschulen und Kitas förderfähig. Die Kommunen müssen auch keinen Antrag mehr für die Förderung stellen, sondern erhalten pauschale Mittel gemäß ihrer Einwohnerzahl.

Deutlich mehr Luftreiniger als zu Jahresbeginn

Das Programm hat die Ausstattung der Schulen offenbar vorangetrieben, unter anderem da zuvor viele Räume in den Grundschulen und Kitas nicht förderfähig waren, weil sie ausreichend belüftet werden konnten.

Video [aktueller bericht am Sonntag, 22.08.2021, Länge: 1:47 Min.]
Mehr als 3000 Luftreiniger für Grundschulen und Kitas

Zum Beginn des neuen Schuljahres am 30. August werden in den saarländischen Kommunen demnach mindestens 3013 Luftreiniger im Einsatz sein. Das ist das Ergebnis einer SR-Umfrage unter den Kommunen, die Träger der Grundschulen und kommunalen Kindertagesstätten im Saarland sind. An der Umfrage hatten sich bis Freitag 44 Gemeinden beteiligt.

Im Februar 2021 hatten die saarländischen Kommunen und Kreise erst 166 Geräte angeschafft.

Grundschulen in 30 Gemeinden vollständig ausgestattet

30 Gemeinden im Saarland – und damit mehr als die Hälfte – gaben an, dass die Klassensäle in den Grundschulen im neuen Schuljahr vollständig mit Luftreinigern ausgestattet seien – die meisten bereits zum Schulstart. Sechs Gemeinden haben zudem auch Luftreiniger für die Freiwilligen Ganztagsschulen und eine private Waldorfschule gekauft oder sind gerade dabei.

Die Betreuungsräume der kommunalen Kitas sind in 19 Gemeinden vollständig mit Luftreinigern ausgestattet. Grund für die Differenz zwischen der Ausstattung der Grundschulen und der Kitas ist hier unter anderem, dass viele Gemeinden keine kommunalen Kindertageseinrichtungen haben. Gleichzeitig beteiligen sich aber mehrere Kommunen an der Anschaffung der Geräte für Kindereinrichtungen anderer Träger.

Über 3000 Luftreiniger für Grundschulen und Kitas
Audio [SR 3, (c) SR, 22.08.2021, Länge: 00:31 Min.]
Über 3000 Luftreiniger für Grundschulen und Kitas

Weitere Geräte folgen

Weitere Gemeinden haben ihre Einrichtungen bislang teilweise mit Luftreinigern ausgestattet. Einige von ihnen hoffen auf weitere Fördergelder, um weitere Geräte kaufen zu können. Andere Kommunen sind gerade dabei, Angebote einzuholen oder den Bedarf an Luftreinigern für ihre kommunalen Schul- und Kitastandorte zu ermitteln.

Die Gemeinde Saarwellingen etwa will im kommenden Schuljahr zunächst verschiedene mobile Luftfiltergeräte ausprobieren und auf ihre Tauglichkeit bei laufendem Unterricht prüfen.

Grund dafür sei, dass in anderen Schulen Geräte angeschafft wurden, diese jedoch wegen des Lärms nicht genutzt werden konnten. Auch das Umweltbundesamt hatte Anfang Juli darauf hingewiesen, dass manche Geräte zu laut sein könnten.

Kein Ersatz fürs Lüften

Zwei Gemeinden gaben an, dass noch keine abschließende Entscheidung über den Kauf von Luftfilteranlagen getroffen worden sei. Diese soll jedoch im September fallen. Die Gemeinde Lebach begründete das damit, dass alle Räume in den kommunalen Einrichtungen über die Fenster gut zu belüften seien und die Luftreiniger zudem nur als zusätzliche Maßnahme eingesetzt werden könnten, das Lüften jedoch nicht ersetzten.

Zu diesem Ergebnis war zu Beginn des Jahres auch die Stiftung Warentest gekommen, die drei Geräte untersucht hatte. Anfang Juli bestätigte auch das Umweltbundesamt erneut, dass regelmäßig gelüftet werden muss, auch wenn mobile Luftreiniger genutzt werden. Als Grund nannte das Bundesamt, dass die mobilen Geräte unter anderem nicht die Luftfeuchte und Kohlendioxid in der Raumluft beseitigen könnten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 22.08.2021 berichtet.

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