Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlandes (Foto: picture alliance/Arne Immanuel Bänsch/dpa)

Hans schließt Ausgangssperre nicht aus

  19.03.2020 | 21:54 Uhr

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) denkt über eine Ausgangssperre wegen der Corona-Ausbreitung nach. Grund dafür sei, dass sich viele Menschen nicht an die neuen Vorgaben halten.

"Erste Erfahrungen zeigen, dass sich viele Menschen nicht an unsere Vorgaben halten und weiterhin die Gefahr auf die leichte Schulter nehmen", sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sollte dies weiter geschehen, bleibe als Instrument nur eine schnelle und harte Ausgangssperre, so der CDU-Politiker. Die Regierung müsse Strenge zeigen zum Schutz der gesamten Bevölkerung, insbesondere der Alten und Kranken.

Lage weiter ernst

Ihm sei bewusst, dass die bisher beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen tiefe Einschnitte in den Alltag bedeuteten. Seit Mittwoch bleiben im Saarland viele Geschäfte geschlossen, für Restaurants gibt es festgelegte Öffnungszeiten. Ob die bisherigen Maßnahmen wirkten, wisse man erst in einigen Tagen. Die Lage sei unverändert ernst.

Auch Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) rief die Saarländer noch einmal dazu auf, sich an die Anweisungen und Empfehlungen der Gesundheitsbehörden zu halten. Rehlinger betonte am Donnerstagabend im SR Fernsehen, es gebe zwar kein allgemeines Ausgangsverbot wie in Frankreich oder Italien. Falls man aber feststelle, dass die Menschen sich weiterhin fahrlässig im öffentlichen Raum bewegten, müsse die Politik weitere Maßnahmen ergreifen.

In Bayern hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zuvor ebenfalls mitgeteilt, über eine flächendeckende Ausgangssperre nachzudenken. Am Mittwoch wurde bereits eine Ausgangssperre für die oberpfälzische Kleinstadt Mitterteich erlassen. Der Landkreis Wunsiedel soll nun folgen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 19.03.2020 berichtet.

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