Eingang der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Uniklinik Homburg (Foto: SR)

Untersuchungsausschuss vernimmt Anwältin Willger

Thomas Gerber   25.11.2019 | 17:35 Uhr

Der Untersuchungsausschuss zum mutmaßlichen Missbrauchsskandal an der Homburger Uniklinik hat am Montag die erste Zeugin vernommen. Opferanwältin Claudia Willger wiederholte ihre Vorwürfe der Vertuschung und Verzögerung durch die Klinikverantwortlichen.

In der Sitzung des Untersuchungsausschusses zum mutmaßlichen Missbrauchsskandal an der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Homburger Uniklinik ist am Montag die erste Zeugin vernommen worden. Opferanwältin Claudia Willger, die den Skandal ins Rollen gebracht hatte, sagte aus.

Video [aktueller bericht, 25.11.2019, Länge: 2:29 Min.]
U-Auschuss wegen Missbrauchs-Verdacht an der Uniklinik begonnen

Inhaltlich gab es keine Neuigkeiten. Willger wiederholte ihre Vorwürfe, dass die Verantwortlichen der UKS versucht hätten zu vertuschen und zu spät Hinweisen auf möglichen sexuellen Missbrauch nachgegangen seien. Im Ausschuss aber wurde klar: Die Fronten sind verhärtet. Die Rechtsanwälte der Uniklinik nahmen Willger regelrecht ins Kreuzverhör – die Vorwürfe der Kollegin seien haltlos und mit nichts zu belegen.

Weiter keine Akteneinsicht

Die Abgeordneten im Ausschuss wirkten nach der zweistündigen Zeugenaussage meist ratlos, da sie dem Schlagabtausch in weiten Teilen nicht folgen konnten. Denn auch zwei Monate nach Einsetzung des U-Ausschusses liegen ihnen noch immer keine Akten vor. Staatsanwaltschaft und Staatskanzlei verweisen offenbar auf laufende Ermittlungen, auf Daten- und Patientenschutz.

Der Ausschuss beschloss, noch mal nachdrücklich um Übersendung der Akten zu bitten. Die Linken jedoch wollen sich das Ganze nicht länger bieten lassen – sie erwägen eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof des Saarlandes.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 25.11.2019 berichtet.

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