Uniklinik Homburg (Foto: imago/Becker&Bredel)

Wusste die Landesregierung früher Bescheid?

Thomas Gerber   28.02.2020 | 08:13 Uhr

Im Fall der Missbrauchsverdachtsfälle an der Uniklinik Homburg gerät die saarländische Landesregierung weiter unter Druck. Möglicherweise wusste sie früher als bisher behauptet Bescheid über die Vorgänge. Heute muss sich Ex-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer als Zeugin äußern.

AKK sagt vor U-Ausschuss zu Missbrauchsskandal aus
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 28.02.2020, Länge: 01:05 Min.]
AKK sagt vor U-Ausschuss zu Missbrauchsskandal aus

Dem SR liegen handschriftliche Notizen über ein Gespräch zwischen Vertretern der Uniklinik und der Ärztekammer vor. Demnach sei man bereits Ende 2014 übereingekommen, Strafanzeige gegen den Assistenzarzt zu erstatten. Laut Notizen soll der Justitiar der Ärztekammer Martin Partzsch mit Gesundheitsstaatssekretär Stephan Kolling (CDU) über den Fall gesprochen haben.

Im Fokus: Kolling, Lennartz und AKK

Kolling wiederum habe den damaligen Chef der Staatskanzlei Jürgen Lennartz (CDU) informiert. Kolling und Lennartz sowie die frühere Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer (CDU) hatten bislang aber erklärt, sie hätten erst im April vergangenen Jahres über den Missbrauchsverdacht am UKS erfahren.

Bringt dieser handschriftliche Vermerk die Landesregierung in Bedrängnis? (Foto: SR/Thomas Gerber)
Bringt dieser handschriftliche Vermerk die Landesregierung in Bedrängnis?

Ärztekammer-Justitiar Partzsch teilte dem SR mit, dass ihm ein solches Gespräch mit Kolling nicht "erinnerlich" sei. Der Sonderermittler der Staatskanzlei Harald Schnur hatte die Verfasserin der Notizen allerdings als glaubwürdig bezeichnet. Sie habe aufgeschrieben, was sie wahrgenommen habe.

Kramp-Karrenbauer muss sich heute als Zeugin im U-Ausschuss äußern.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.02.2020 berichtet.

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