Symbolbild: LSVS (Foto: SR / Felix Schneider)

Millionen-Forderung gegen LSVS-Präsidium

Thomas Gerber   16.06.2020 | 18:05 Uhr

Schadensersatzforderungen von gut 15 Millionen Euro - die hat am Dienstag der Konsolidierungsberater Michael Blank im LSVS-Untersuchungsausschuss vorgelegt. Blank will in dem Finanzskandal das komplette Präsidium um Klaus Meiser, aber auch dessen beiden Vorgänger Gerd Meyer und Kurt Bohr in Regress nehmen.

Blank wirft den Beteiligten grob fahrlässiges Handeln vor. Ob ungerechtfertigte Höhergruppierungen von Mitarbeitern, ob für den LSVS ungünstige Umschuldungen bei Kreditverträgen oder ebenso ungünstige Fernwärmeverträge mit der Uni - das Präsidium habe das Finanzdesaster zu verantworten und soll nun dafür geradestehen.

Millionen-Forderung gegen LSVS-Präsidium
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 17.06.2020, Länge: 04:10 Min.]
Millionen-Forderung gegen LSVS-Präsidium

Ob tatsächlich 15 Millionen Euro Regress möglich sind, müssen letztlich die Gerichte entscheiden. Bis Ende des Monats will Blank die Klagen einreichen, dann läuft die Verjährungsfrist ab.

Ex-Geschäftsführer Hans im Zeugenstand

Nach Blank wurde Ex-Hauptgeschäftsführer Paul Hans als Zeuge vernommen. Der 67-Jährige galt zu Beginn des Skandals als Hauptverursacher des Millionenlochs, das Strafverfahren gegen ihn wurde inzwischen aber eingestellt.

Hans berichtete von schier unglaublicher Geldverschwendung - von übertriebenen Weihnachtsfeiern und Betriebsausflügen, von Mitarbeitern, die ihren eigenen Firmen Aufträgen erteilten, und von zwei nahezu allmächtigen Präsidenten. Er selbst habe weder Personal- noch Finanzhoheit gehabt. Als er anfänglich versucht habe, Missstände abzustellen, sei er insbesondere vom damaligen Präsidenten Gerd Meyer zurückgewiesen worden.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 16.06.2020.

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