Urlaub in der Türkei (Foto: dpa)

Tourismus: Das Comeback der Türkei

Kai Forst   16.08.2018 | 09:17 Uhr

Saarländische Urlauber zieht es wieder in die Türkei. Das bestätigten mehrere Reisebüros auf SR-Anfrage. Vom aktuellen Preisverfall der türkischen Lira profitieren die meisten Urlauber allerdings kaum. Das Auswärtige Amt rät - trotz entschärfter Reisehinweise - Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen zu meiden.

Jetzt schnell in die Türkei fliegen und Geld sparen – auf diesen Gedanken kommen nach den jüngst beschlossenen Strafzöllen der USA und dem damit einhergehenden Kurssturz der türkischen Lira derzeit wahrscheinlich viele Reisewillige. Doch wirklich bemerkbar macht sich die Währungskrise im Geldbeutel der meisten Urlaubern kaum. Denn die Hotel- und Flugpreise der Pauschalreisen werden nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes (DRV) langfristig verhandelt. „Zudem bucht die Mehrheit der Türkeiurlauber All-Inclusive-Aufenthalte und hat im Land selbst nur geringe Ausgaben in der Landeswährung“, erklärt DRV-Sprecherin Kerstin Heinen.

"Die Türkei kommt wieder"

Und dennoch erfährt der Türkei-Tourismus seit Beginn des Jahres eine merkliche Konjunktur. Zwar sei man noch weit von der Top-Marke von fünf Millionen deutschen Urlaubern aus dem Jahr 2015 entfernt. Dennoch kann man laut Heinen von einem „Comeback der Türkei“ sprechen. Auch saarländische Reisebüros verzeichnen nach den mageren Jahren 2016 und 2017, als Anschläge und ein gescheiterter Militärputsch die Besucherzahlen einbrechen ließ, wieder bessere Zahlen. „Die Türkei kommt wieder“, sagt eine Mitarbeiterin des Saarbrücker Reisebüros Anton Götten. Die Gefahren der vergangenen beiden Jahren seien bei den Urlaubern inzwischen in den Hintergrund getreten. Zudem schätzten die Reisenden das attraktive Preis-Leistungsverhältnis.

Das Comeback der Türkei als Urlaubsland
Audio [SR 3, Oliver Buchholz , 21.08.2018, Länge: 02:02 Min.]
Das Comeback der Türkei als Urlaubsland

Auch das Neunkircher Reisebüro First berichtet von mehr Türkei-Urlaubern. „Die Buchungen haben wieder stark zugenommen“, bestätigt eine Mitarbeiterin. 2016 sei die Angst bei vielen Urlaubern groß gewesen und man habe von einem Türkei-Urlaub abgesehen. Das sei jetzt wieder anders.

"Man kann die Türkei wieder anbieten"

Wie ihre Kolleginnen sieht auch eine Mitarbeiterin des St. Wendeler Reisebüros Cynthias Reisewelt die Türkei wieder auf dem Vormarsch. „Man kann die Türkei wieder anbieten. Außerdem gibt es in punkto Preis-Leistung keine Alternative zur Türkei. Und die Reisen sind noch immer recht günstig.“

Auch der Deutsche Reiseverband ist sich sicher: Im Preis-Leistungsverhältnis kommt derzeit kein Urlaubsland an die Türkei heran. „Wir finden hier wirklich attraktive All-Inclusive-Angebote zu guten Preisen. Dazu kommt die Sonnengarantie, ein tolles Hinterland, schöne Strände und erstklassige Hotels“, sagt DRV-Sprecherin Heinen. Von der extrem schwachen Lira profitieren derzeit aber allerdings hauptsächlich Individualreisende, die vor Ort alles in der türkischen Landeswährung bezahlen.

Auswärtiges Amt: "Menschenansammlungen meiden"

Trotz des touristischen Comebacks der Türkei und den seit Mitte Juli entschärften Reisehinweisen rät das Auswärtige Amt Reisenden, „Menschenansammlungen, auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen“ zu meiden. Ebenso sollten sich Urlauber nicht nicht nahe Regierungs- und Militäreinrichtungen aufhalten. Auch bei Reisen über Land wird zu besonderer Vorsicht geraten. „Von Reisen in das Grenzgebiet der Türkei zu Syrien und Irak, insbesondere in die Städte Diyarbakır, Cizre, Silopi, Idil, Yüksekova und Nusaybin sowie generell in die Provinzen Mardin, Şırnak und Hakkâri wird dringend abgeraten“, teilt das Auswärtige Amt mit.

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