Logo der Sparkasse (Foto: Raphael Knipping/dpa)

Tressel warnt vor Welle von Sparkassen-Schließungen

  24.05.2020 | 08:53 Uhr

Der saarländische Grünen-Chef und Bundestagsabgeordnete Markus Tressel befürchtet, dass durch die Corona-Krise zahlreiche Sparkassen-Filialen im Saarland dauerhaft schließen könnten. Der öffentliche Auftrag der Sparkassen müsse im Sparkassengesetz daher geschärft werden.

Als mahnendes Beispiel führt Tressel die Sparkasse Pforzheim Calw an. Dort werden zum 1. Juli 14 der 108 Geschäftsstellen dicht gemacht. Aufgrund der Corona-Krise hatten in der Region 56 Sparkassen-Filialen vorübergehend geschlossen.

Corona darf kein Grund für Schließungen sein

Ähnliches befürchtet der Grünen-Politiker nun auch im Saarland. „Die Corona-Krise darf nicht zum Anlass genommen werden, die Filialen nun dauerhaft zu schließen oder Öffnungszeiten zu kürzen, wie dies andere Sparkassen in Deutschland bereits machen“, sagte Tressel.

Digitalisierung und Kostenersparnis könnten nicht als Begründung dafür herhalten, dass sich die Sparkassen mit ihrer besonderen Verantwortung und ihrem öffentlichen Auftrag aus der Fläche zurückzögen. "Nicht nur viele ältere Menschen werden von Bankdienstleistungen regelrecht abgeschnitten, sondern auch viele Selbstständige und kleine Unternehmen. Wenn nach den Schulen nun auch die Bank aus dem Ort verschwindet, ist dies auch für viele Orte ein großes strukturelles Problem.“

„Brauchen klare Kriterien“

Daher fordert der Grünen-Chef, den öffentlichen Auftrag im Saarländischen Sparkassengesetz entsprechend zu konkretisieren. „Wir brauchen klare gesetzliche Kriterien, um die Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen und dem Wirtschaftsministerium als Sparkassenaufsichtsbehörde ein Eingreifen zu ermöglichen, sollten Gebiete im ländlichen Raum abgekoppelt werden. Filial-Schließungen dürfen nicht mehr so einfach wie bisher werden.“

Notwendig sei auch von den Sparkassen selbst ein klares Bekenntnis zur Präsenz in der Fläche, sowie auch Innovationsbereitschaft jenseits der digitalen Angebote. „Wenn ein Sparkassen-Rückzug unvermeidbar ist, muss es mindestens ein temporäres stationäres Angebot an zwei oder drei Tagen vor Ort geben, z.B. in Form eines Sparkassen-Busses mit regelmäßigen Sprechzeiten“, so Tressel weiter.

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