Daniel Klesen, ein Tramper aus Sotzweiler (Foto: SR)

Sotzweilerer trampt durch die Welt

Herbert Mangold / Onlinefassung: Rebecca Kaiser   26.05.2019 | 11:15 Uhr

Daniel Klesen hat alles mit einem Auslandssemster in Australien begonnen. Seitdem reist er, wann immer er es sich leisten kann, um die Welt. Viel Geld braucht er dafür allerdings nicht, denn Daniel trampt. Und hat so schon mehrere Kontinente erkundet. Ursprünglich kommt er aus Sotzweiler.

Seit 2014 war Daniel in über 65 Ländern unterwegs – per Anhalter. Angst hatte er unterwegs aber nicht: "Ich kann nur sagen, dass ich auf all meinen Reisen, auf 55.000 Kilometern noch nie was Gefährliches erlebt habe. Abgesehen von Menschen, die kein Auto fahren können. Aber das kennt man ja auch aus Deutschland." Die Sprache sei zwar manchmal problematisch, aber da müsse man sich dann auch einfach auf sein Glück verlassen.

Video [aktueller bericht, 21.05.2019, Länge: 3:35 Min.]
Per Anhalter um die Welt – ein Tramper aus dem Saarland

Begegnungen mehr wert als Geld

Bis zu seinem Auslandssemester hatte Daniel, der damals BWL studierte, noch andere Pläne: "Ich hatte damals große Pläne. Ich wollte noch eine Firma gründen und reich werden." Das ist nicht passiert, seitdem er in Australien war, hat ihn die Lust gepackt, die Welt zu bereisen.

Seit er reist, sind für den 29-Jährigen die Begegnungen unterwegs mehr wert als Geld: "In Bosnien-Herzegowina wurde ich von einem Schlagzeuger einer sehr bekannten Band, die sogar in MTV im Fernsehen gelaufen ist, mitgenommen. Er war Kindersoldat, ist mittlerweile Musiklehrer an der Schule und unterrichtet umsonst Kinder. Er hilft ihnen, etwas aus ihrem Leben zu machen, Spaß am Leben zu haben."

Reisen bedeutet auch Verzicht

Aber so ganz ohne Geld kommt Daniel nicht um die Welt. Seine Reisen finanziert er vor allem durch Ersparnisse und Aushilfsjobs, wenn er wieder in Sotzweiler ist. Viel braucht er allerdings nicht, pro Monat gibt er zwischen 100 und 150 Euro aus. "Stellen sie sich vor, sie geben kein Geld für Übernachtung, kein Geld für Transport aus. Was bleibt noch übrig. Nahrung und etwaige Zigaretten oder mal ein Bier. Aber so kann man in billigeren Ländern extrem billig reisen," sagt der Tramper.

Das klingt nach Freiheit – und nach einem gelebten Traum. Für viele, die er trifft. Aber für das Reisen verzichtet Daniel auch auf einiges: "Ich treffe Leute, die sagen: Du lebst das perfekte Leben. Ich würde gerne so etwas machen, genauso wie du. Eine nette Gegenfrage, die ich dann stelle: 'Könntest du dir ein Leben über mehrere Jahre ohne enge Freunde, ohne Familie vorstellen?'" Aber für ihn ist es eine bewusste Entscheidung, bei dem für ihn die positiven Aspekte überwiegen.

Von Alaska nach Feuerland

Und schon jetzt kennt Daniel sein neues Ziel: Er will sich einen Traum erfüllen und per Anhalter von Alaska bis nach Feuerland. Das Geld dafür verdient der Weltenbummler unter anderem durch Vorträge.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht des SR Fernsehen vom 21.05.2019 berichtet.

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