Krankenhäuser im Saarland: Diakonisches Klinikum in Neunkirchen (Foto: Pasquale D’Angiolillo)

Träger prüft Klinikschließung in Neunkirchen

Thomas Braun   07.06.2020 | 20:56 Uhr

Das Diakonie-Klinikum in Neunkirchen steckt offenbar tief in den roten Zahlen. Der Träger prüft nun mehrere Alternativen, die von einem Teilneubau bis zur kompletten Schließung des Standorts reichen. Die Gewerkschaft Verdi ist alarmiert.

Die Zukunft des Diakonie-Klinikums in Neunkirchen, des ehemaligen städtischen Krankenhauses, ist derzeit unklar. Aufgrund der anhaltend hohen Defizite prüft die Kreuznacher Diakonie mehrere Optionen, die von einer Erweiterung mit einem Teil-Neubau bis hin zur ersatzlosen Streichung des Standortes reichen. Das geht aus einer Information des Krankenhausdirektors und des Vorstands "Krankenhäuser und Hospize" an die Mitarbeiter hervor, die dem SR vorliegt.

Neueinstellung derzeit nur in Ausnahmefällen

Beschlossen sei noch nichts, klar sei aber, dass der Status Quo nicht mehr fortgeschrieben werden könne. Es müsse etwas passieren, heißt es in dem Schreiben. Darin bestätigte die Geschäftsleitung, dass aufgrund der unklaren Perspektive an dem Krankenhaus neues Personal derzeit nur in Ausnahmefällen eingestellt werde.

Die Gewerkschaft Verdi fordert die Politik zum Handeln auf. "Umgehend muss in Neunkirchen das Krankenhaus zurück in die Hand der Stadt", sagte der Pflegebeauftragte der Gewerkschaft, Michael Quetting. Die Freien Wähler Neunkirchen appellieren an das Land und die Kommune sich für den Erhalt des Krankenhausstandorts einzusetzen. Das Krankenhaus müsse wieder in die öffentliche Hand, so der 1. Vorsitzende Brandon Lee Posse.

Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass es seit einigen Monaten in einem engen Austausch mit dem Träger stehe. Bis Mai habe aber kein vollständiges Medizinkonzept der Kreuznacher Diakonie vorgelegen. „Wir fordern den Träger auf, uns einen Plan aufzuzeigen, was er zukünftig vorhat, auch am Standort Saarbrücken" erklärten Ministerin Monika Bachmann und Staatssekretär Stephan Kolling (beide CDU). "Darüber hinaus muss geklärt sein, wie die Ko-Finanzierung gestemmt wird, um die finanziellen Mittel abrufen zu können. Dazu wollen wir den bereits seit Wochen festgesetzten Termin Ende Juni nutzen“.

Die Kreuznacher Diakonie ist Träger von sechs Krankenhäusern, darunter zwei in Neunkirchen und eines in Saarbrücken.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 06.06.2020.

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