In einem Labor wird eine Maus für einen Versuch vorbereitet. (Foto: Jan-Peter Kasper/dpa-Zentralbild/dpa)

Über 23.000 Tiere im Saarland für Versuchszwecke herangezogen

  26.11.2020 | 12:48 Uhr

Im Saarland sind im vergangenen Jahr gut 23.000 Tiere zu Versuchszwecken herangezogen worden. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage des AfD-Politikers Josef Dörr hervor.

Im Vergleich zu 2017 liegt die Zahl der Versuchstiere im Saarland damit höher. Damals waren gut 21.000 Tiere für Versuche genutzt worden.

Negativpreis für Uniklinik

Das Thema Tierversuche war Anfang Oktober wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ hatte dem Universitätsklinikum des Saarlands den Negativpreis „Herz aus Stein“ verliehen – für, aus Sicht der Organisation, besonders absurde Tierversuche.

Die Landesregierung hält Tierversuche in der medizinischen Forschung grundlegend für gerechtfertigt. Die Forderung, Erkenntnisse aus Tierversuchen müssten direkt auf den Menschen übertragbar sein, sei allein kein ausreichendes Kriterium, um den Nutzen von Tierversuchen zu bewerten, so die Begründung.

Preis für Alternativforschung

Eine solche Forderung unterschätze die Komplexität medizinischer Forschung und berücksichtige nicht, dass Erkenntnisse aus Tierversuchen auch indirekt Wissen über den Menschen liefern könnten.                                                                                                           

Gleichzeitig hat die Landesregierung in diesem Jahr erstmals einen Forschungspreis für Alternativen zu Tierversuchen ausgeschrieben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 26.11.2020 berichtet.

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