Eine Kuh steht auf einem Bauernhof in einem Melkroboter. (Foto: picture alliance/Oliver Berg/dpa)

Mit Melk-Roboter und Joystick-Traktor

Karin Mayer   28.05.2020 | 15:44 Uhr

Melken, von Hand und mit Melkschemel? Mit 300 Kühen nicht zu machen. Die Landwirtschaft setzt längst auf moderne Maschinen und auf digitale Technik. Auch der Kirchheimer Hof in Breitfurt.

Digitale Landwirtschaft auf dem Kirchheimer Hof
Video [SR.de, Karin Mayer, 28.05.2020, Länge: 01:04 Min.]
Digitale Landwirtschaft auf dem Kirchheimer Hof

Am Vormittag sitzt Richard Schreiner in seinem Stall-Büro auf dem Kirchheimer Hof. Auf dem Computerbildschirm kann der Landwirt ablesen, ob im Kuhstall alles in Ordnung ist. Die durchschnittliche Milchproduktion liegt etwa bei 40 Litern pro Tag. Im Durchschnitt wurde jede Kuh 2,2 Mal gemolken.

Von seinem Stall-Büro aus hat Richard Schreiner den Melk-Roboter im Blick. Der Vorteil für Kuh und Mensch: Die Kühe entscheiden selbst, wann sie gemolken werden. Sobald der Platz am Roboter frei ist, geht ein Tier gemächlich an den Automaten. Ein Roboterarm mit Melkfunktion fährt unter das Tier. Zur Belohnung gibt’s Getreideschrot und Zuckerrübenschnitzel für die Kuh.

Für Richard Schreiner ist der Melk-Roboter eine große Entlastung: "Es ist eine Erleichterung der körperlichen Arbeit. Der Mensch muss aber die Kontrollfunktion haben und überprüfen, ob die Daten der Maschine stimmen."

Digitale Hilfen in der Landwirtschaft
Audio [SR 3, Karin Mayer, 28.05.2020, Länge: 03:04 Min.]
Digitale Hilfen in der Landwirtschaft

Seit über zehn Jahren setzt der Kirchheimer Hof diese Maschinen ein. Weitere Helfer findet man im Stall. Dort werden Roboter zum Reinigen und zum Futteranschieben eingesetzt. Und: Wo Milch-Kühe sind, gibt es auch Kälber. Damit die Kühe sich weiter melken lassen, müssen sie gefüttert werden. Das übernimmt die sogenannte Kälbermama, eine Art Getränkeautomat.

Traktor-Lenkung per Joystick

350 Tiere stehen derzeit auf dem Kirchheimer Hof. Die brauchen viel Futter. Deshalb bewirtschaftet Richard Schreiner auch 300 Hektar Land. Sein hochmoderner Traktor ist mit digitaler Technik ausgestattet, etwa einer Lenkhilfe in Form eines Joysticks. Insgesamt fünf Displays hat Richard Schreiner zusätzlich im Traktor angebracht. Zusatzgeräte und Anhänger können damit digital gesteuert werden.

In der Landwirtschaft sind viele Maschinen und Roboter im Einsatz. Jeder vierte Milchbetrieb setzt inzwischen auf einen Melk-Roboter. Personal eingespart hat Richard Schreiner nach eigenen Angaben trotzdem nicht. Aber sein Hof ist deutlich gewachsen.

Über dieses Thema hat auch die Region am Nachmittag auf SR 3 Saarlandwelle am 28.05.2020 berichtet.

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