Fördertum (Foto: SR)

Zukunft der Bergbaudenkmäler ist offen

Kristin Luckhardt   07.09.2017 | 08:50 Uhr

Was wird aus den Bergbaudenkmälern im Saarland? CDU und SPD haben sich mit dieser Frage auch in ihrem Koalitionsvertrag befasst. Dort heißt es, mindestens ein Standort solle "in Gänze" dauerhaft erhalten und "in Wert gesetzt" werden. Auch von "zukunftsfähigen Konzepten" ist die Rede. Bis zu deren Umsetzung könnte es aber offenbar noch länger dauern.

Auf Nachfrage teilte das Wirtschaftsministerium dem SR mit, eine Entscheidung darüber, ob ein Bergbaudenkmal erhalten werden könne, hänge "von mehreren Faktoren ab". Es gebe "Herausforderungen in finanzieller, organisatorischer und zeitlicher Hinsicht". Schließlich könne die Erschließung ehemaliger Bergbaustandorte nicht mit der Erschließung klassischer Gewerbegebiete verglichen werden.

Die Tagesanlagen stünden erst nach der Entlassung aus der Bergaufsicht zur Verfügung. Wann das sein wird, ist völlig unklar. Außerdem muss natürlich geklärt werden, wie eine künftige Nutzung der Anlagen bezahlt wird. Dabei sieht die Regierung maßgeblich die RAG-Stiftung in der Verantwortung. Im Koalitionsvertrag fordern CDU und SPD einen "massiven finanziellen Beitrag" der RAG und ihrer Rechtsnachfolger.

RAG müsste Abriss beantragen

Zudem kündigen die Regierungsparteien an, "auch Rückbau und Abrissoptionen" zu prüfen. Danach gefragt, formuliert das Wirtschaftsministerium allerdings vorsichtiger und verweist auf das Saarländische Denkmalschutzgesetz. Danach ist es Sache von Eigentümern, einen Antrag auf Abbruch zu stellen. Sie müssen dafür glaubhaft machen, dass der Erhalt und die Bewirtschaftung des Baudenkmals für sie wirtschaftlich unzumutbar ist. Eigentümer der Bergbauflächen im Saarland ist derzeit aber die RAG AG. Sie müsste also einen Abriss beantragen. Über diesen Antrag müsste dann das Landesdenkmalamt entscheiden.

Im Saarland gibt es einige Baudenkmäler aus der Zeit des Steinkohlebergbaus. 2006 hatte das Landesdenkmalamt in einer Bestandserhebung 38 Standorte aufgelistet, von denen 15 als "unbedingt zu erhaltende Standorte" klassifiziert wurden, darunter die Grube Heinitz, die Grube Itzenplitz, die Tagesanlage Maybach, die Grube Camphausen und die Grube Göttelborn.

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