Homeoffice im Wohnzimmer (Foto: picture alliance / dpa / Daniel Naupold)

Arbeitskammer will feste Regeln fürs Homeoffice

  28.05.2020 | 13:17 Uhr

Die saarländische Arbeitskammer fordert neue Betriebsvereinbarungen für die Arbeit im Homeoffice. In der Coronakrise seien teilweise gesetzliche Bestimmungen nicht beachtet worden. Außerdem müssten wieder in allen Branchen die üblichen Arbeitszeiten gelten.

Nach Ansicht der Arbeitskammer haben in den vergangenen Wochen einige saarländische Betriebe unter anderem gegen die Regeln für die Mitbestimmung verstoßen. Digitale Technologien fürs Homeoffice seien teils überhastet eingeführt oder ausgeweitet worden.

Nach dem "experimentellen Start" in der Coronakrise müsse nun eine Regulierung folgen. An die Stelle kurzfristig abgeschlossener "Coronavereinbarungen" müssten tiefergehende Betriebsvereinbarungen treten. In der Vergangenheit hätten sich Gewerkschaften und Personalräte auch teilweise erfolgreich gegen nicht sozialverträgliche oder nicht datenrechtskonforme Umsetzung der Digitalisierung gewehrt.

"Maßnahmen nicht mehr gerechtfertigt"

Die Arbeitskammer mahnt darüber hinaus an, dass die coronabedingten Abweichungen vom Arbeitszeitgesetz aufhören müssen. Eine bis Ende Juni befristete Verordnung macht es möglich, bestehende Vorschriften bezüglich Höchstarbeitszeiten, Mindestruhezeiten sowie Beschäftigungsverbote an Sonn- und Feiertagen für bestimmte Tätigkeiten auszusetzen.

Betroffen sind unter anderem die Produktion und der Transport von Waren des täglichen Bedarfs und von Arzneien, Gesundheitsdienste, Behörden und Energieversorger. "Die sehr weitgehenden Maßnahmen belasten die Beschäftigten stark und sind durch die gegenwärtige Situation nicht mehr gerechtfertigt", sagt Beatrice Zeiger, Geschäftsführerin der Arbeitskammer des Saarlandes.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 28.05.2020 berichtet.

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