Ein Kind hält einen Lolli in der Hand und daneben einen Lolli-Test. (Foto: IMAGO / Hartenfelser)

Tests statt Quarantäne – Neue Strategie für Kitas und Schulen

  25.09.2021 | 13:32 Uhr

Mit einer neuen Teststrategie an Kitas und Schulen sollen weitgreifende Quarantäne-Maßnahmen bei positiven Fällen vermieden werden. Nur das betroffene Kind und gegebenenfalls Geschwister müssen dann in Quarantäne. Die Verordnung muss noch vom Ministerrat beschlossen werden.

Video [aktueller bericht, 24.09.2021, Länge: 1:40 Min.]
Neue Quarantäne-Strategie für saarländische Schulen

Nach dem Wegfall der Maskenpflicht im Schulunterricht soll nun eine neue Teststrategie dabei helfen, dass nicht mehr große Teile einer Schulklasse oder Kita-Gruppe in Quarantäne müssen, wenn ein Kind positiv getestet wird. Das teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit.

Mit einer neuen Verordnung, die noch vom Ministerrat beschlossen werden muss, sollen flächendeckende Lolli-Antigentests eingeführt werden.

Lollitests jetzt auch für Kita-Kinder

Im Rahmen des Testkonzepts sollen alle Kinder bis zwölf Jahre zweimal pro Woche getestet werden. Ausnahmen sind Genesene. Damit werden auch Kita-Kinder künftig in das Testkonzept mit einbezogen. Dadurch soll wieder Regelbetrieb möglich sein.

„Die Strategie mit Lolli-Antigentests soll dazu beitragen, dass es wieder offene Gruppen geben kann und die Erzieherinnen und Erzieher keine Masken tragen müssen“, erklärt Staatssekretär Stephan Kolling (CDU). Zuletzt hatte es massive Kritik an den gekürzten Öffnungszeiten in Kitas gegeben, da dort teils wieder geschlossene Gruppen eingeführt worden waren.

Bei Coronafall Tests an fünf Tagen in Folge

Auch das Personal der Einrichtungen wird zweimal pro Woche getestet, ausgenommen Geimpfte. Beginnen soll die Einführung der flächendeckenden Lolli-Antigentests in Kitas und Grundschulen spätestens nach den Herbstferien.

Die ursprünglich einmal ausprobierten Lolli-PCR-Tests kommen nicht zum Zug. Deren Einsatz habe sich in einem Modellprojekt als zu umständlich und schwierig in der Anwendung erwiesen. Die Lolli-Antigentests könnten hingegen schon von Kindern ab drei Jahren selbst angewendet werden, wenn sie dabei von geschultem Personal begleitet werden.

Neue Teststrategie für Schulen und Kitas geplant
Audio [SR 3, (c) SR, 23.09.2021, Länge: 01:11 Min.]
Neue Teststrategie für Schulen und Kitas geplant

Durch das Testen müssten nur noch das betroffene Kind und gegebenenfalls Geschwister in Quarantäne, nicht aber große Teile der Gruppe. Alle anderen Personen der Gruppe werden nach dem neuen Entwurf an fünf aufeinanderfolgenden Betreuungstagen getestet. Zudem müssen die Betreuer in dem Zeitraum wieder eine Maske tragen.

Für die Tests können Kitas 450-Euro-Kräfte einsetzen, die Kosten übernimmt das Land. Insgesamt rechnet das Land mit Kosten von über zwei Millionen Euro pro Monat.

Bei Krippen-Kindern wurde von Selbsttests abgesehen, sodass dort weiterhin die Quarantäne-Regeln nach Ermessen der jeweiligen Gesundheitsämter gelten.

Schüler müssen nach Coronafall zeitweilig Masken tragen

Dieselben Regelungen wie in den Kitas sollen auch für Schüler von Grundschulen und weiterführenden Schulen innerhalb einer Klasse sowie deren Lehrern gelten. Auch dort müssen sich die betroffenen Personen mittels Selbsttest testen und die ganze Klasse, also auch die Schüler, müssen in den fünf Tagen Masken im Unterricht tragen. Ausgenommen von der Testpflicht sind Genesene und Geimpfte.

Der entsprechende Entwurf soll am Dienstag in den Ministerrat eingebracht werden. Als Vorbild dient das Modell aus Rheinland-Pfalz.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 23.09.2021 berichtet.

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