Eine Medizinerin untersucht einen Patienten mit einem Stethoskop.  (Foto: dpa/Maurizio Gambarini)

Telefonische Krankschreibung bleibt möglich

  21.04.2020 | 08:38 Uhr

Die Krankschreibung per Telefon bei Erkältungen bleibt nun doch weiter möglich. Eigentlich sollte das seit Montag nicht mehr erlaubt sein. Daran hatte es massive Kritik gegeben - auch die saarländischen Hausärzte hatten die Entscheidung für falsch gehalten.

Patienten mit einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege müssen nun auch weiterhin nicht in die Arztpraxis gehen, um eine Krankschreibung zu erhalten. Das hat der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses im Gesundheitswesen Josef Hecken mitgeteilt. Noch am Montag wurde die bisher wegen der Corona-Pandemie geltende Regelung bis zum 4. Mai verlängert.

Schon jetzt dürften Ärzte "im Vorgriff" per Telefon Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausstellen. Allerdings maximal für eine Woche, und maximal darf sie einmal verlängert werden.

IKK: Weniger Krankschreibungen als 2019

Die IKK Südwest begrüßte die Entscheidung für die telefonische Krankschreibung. „Es wäre mit Blick auf die Gefahren der Corona-Pandemie verfrüht und unverantwortlich gewesen, alle Patientinnen und Patienten wieder in die Arztpraxen zu bringen“, sagte IKK-Vorstand Jörg Loth.

Die Bedenken der Arbeitgeber könne er nachvollziehen, allerdings zeige die Auswertung der Krankschreibungen, dass die Saarländer sehr verantwortungsvoll damit umgingen. Nach IKK-Angaben waren in den Kalenderwochen 15 und 16 (6. bis 19. April) waren von den Versicherten der Krankenkasse 2645 bzw. 2469 Personen krankgeschrieben. In den beiden Wochen des Vorjahres waren es 3979 bzw. 2646.

Als probates Mittel erwiesen

Vergangenen Freitag hatte der Ausschuss noch entschieden, die telefonische Krankschreibung zu beenden. Kritik erntete die Politik für diesen Schritt auch von den Saarländischen Hausärzten. Neben Tests, Hygiene und Distanzmaßnahmen habe sich die Vermeidung unnötiger persönlicher Arzt-Patienten-Kontakte als probates Mittel gezeigt, die Corona-Infektionsketten zu unterbrechen, teilte der Saarländische Hausärzteverband mit.

Diese Maßnahme schütze Patienten, medizinisches Fachpersonal und Ärzte vor einer Infektion. Der Hausärzteverband hatte deshalb eine Verlängerung gefordert.

Viele Patienten ohne Symptome

Mehr als 80 Prozent der SARS-Cov-2-Infekte verlaufe ohne erkennbare oder milde Symptome. Daher mache es auch aus prophylaktischen Gründen Sinn, Patienten mit schwachen Atemwegssymptomen aus den Praxen fernzuhalten, sagte Dr. Michael Kulas, Vorsitzender des Saarländischen Hausärzteverbandes.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 20.04.2020 berichtet.

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