Eine Servicekraft zapft in einer Gaststätte ein Bier (Foto: picture alliance/dpa | Axel Heimken)

Tausende Minijobber arbeitslos

  13.07.2021 | 15:31 Uhr

Im Saarland haben im letzten Jahr rund 7600 Minijobber ihre Arbeit verloren. Das zeigen neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Die IG Bau und der DGB fordern deshalb ein Umdenken seitens der Politik.

Reinigungskräfte, Gastromitarbeiterinnen oder Hilfskräfte in Supermärkten - die Corona-Pandemie hat viele 450-Euro-Kräfte im Saarland hart getroffen. Gut 7600 Minijobs sind im letzten Jahr verlorengegangen.

Ihre Zahl sank um acht Prozent auf rund 86.700, wie der Deutsche Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz/Saarland mitteilt. Er beruft sich dabei auf neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Gastgewerbe besonders betroffen

Besonders hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gastgewerbe zu kämpfen. Dort ist die Zahl der Minijobs um 27,7 Prozent zurück gegangen. Auch im Dienstleistungsbereich musste das Saarland mit 8,7 Prozent einen hohen Rückgang verzeichnen.

Bundesweit ging die Zahl der Minijobberinnen und Minijobber im Schnitt um 6,8 Prozent zurück.

Reform von Minijobs gefordert

„Der Rückgang zeigt, dass Minijobs alles andere als krisenfest sind. In unsicheren Zeiten kürzen Firmen zuerst bei den 450-Euro-Kräften, die allerdings weder Anspruch auf das Kurzarbeiter- noch auf das Arbeitslosengeld haben“, kritisiert Marc Steilen, der Bezirksvorsitzende der IG BAU Saar-Trier.

Er fordert deshalb, die Betroffenen besser zu schützen. Minijobs müssten ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig werden. Die Politik setze mit den abgabenfreien Jobs seit Jahren falsche Anreize.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert eine entsprechende Reform der Minijobs. „Die aktuelle Krise ist ein Alarmsignal. Minijobberinnen und Minijobber wurden in der Pandemie als erste vor die Tür gesetzt, als die Restaurants, die Läden und die Schulen dicht machen mussten“, betont Bettina Altesleben, DGB-Saar-Regionsgeschäftsführerin.

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Minijobs ein Armutsrisiko für Frauen

Vor allem in der Gebäudereinigung leiden die Beschäftigten unter schlechten Arbeitsverhältnissen, so die IG BAU. Insbesondere für Frauen würden diese zum Karriere- und Armutsrisiko. Von 33.400 Minijobbern waren im letzten 2200 Beschäftigte bei Reinigungsfirmen, die dort ihr alleiniges Einkommen verdienten.

Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen sind, erhalten sie weder Kurzarbeiter-, noch Arbeitslosengeld. Vielen bleiben dadurch nur die Leistungen der Grundsicherung.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 13.07.2021 berichtet.

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