Büro (Foto: dpa)

Warnstreiks im öffentlichen Dienst möglich

  21.01.2019 | 16:19 Uhr

Nach dem ergebnislosen Auftakt der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder drohen neue Warnstreiks. Die Gewerkschaften riefen die Beschäftigten am Montag in Berlin zu ersten Aktionen auf, wie Verdi und der Beamtenbund dbb mitteilten.

Als wahrscheinlich galt, dass noch ab Januar beispielsweise Kitas in den Stadtstaaten bestreikt werden, genauso Universitätskliniken, Ämter und Schulen. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Verhandelt wird laut dbb für eine Million Tarifbeschäftigte der Länder außer Hessen, das eigene Tarifverhandlungen führt. Der Abschluss solle auf rund 2,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger übertragen werden.

Start der Tarifverhandlungen für die Landesbediensteten
Audio [SR 3, Karin Mayer , 21.01.2019, Länge: 03:20 Min.]
Start der Tarifverhandlungen für die Landesbediensteten

Die Länder lehnten die Forderungen als überzogen ab. Beide Seiten wollen am 6. und 7. Februar sowie am 28. Februar und 1. März in Potsdam erneut zusammenkommen.

Stefan Schorr von Verdi Rheinland-Pfalz Saarland sagte dem SR, der öffentliche Dienst müsse im Vergleich zur Privatwirtschaft wettbewerbsfähig bleiben. Denn weil dort besser verdient werde, sei es immer schwieriger, in der Landesverwaltung, in Behörden oder an der Universität Stellen zu besetzen.

Saarland Schlusslicht bei Besoldung

Ewald Linn vom dbb Saar sieht besonderen Nachholbedarf für die Landesbeamten. Er weist darauf hin, dass die saarländischen Landesbeamten, Polizisten und Lehrer bei der Besoldung im Ländervergleich Schlusslicht seien. Verhandelt wird zunächst für Arbeiter und Angestellte. Ein Abschluss soll aber auch für die Landesbeamten gelten.  

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Rundschau vom 21.01.2019 berichtet.

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