Verdi (Foto: picture alliance / Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa)

Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst beginnen

Karin Mayer   01.09.2020 | 14:36 Uhr

In Potsdam hat am Dienstag Tarifrunde für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen begonnen. Verhandelt wird auch für rund 12.000 Beschäftigte im Saarland. Doch die Fronten scheinen vorab bereits verhärtet.

Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst beginnen
Audio [SR 3, Karin Mayer, 01.09.2020, Länge: 00:48 Min.]
Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst beginnen

Die Gewerkschaft Verdi fordert 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro. Denn die Beschäftigten von Krankenhäusern, Kitas, Ordnungsämtern, Stadtwerken, ÖPNV  und Müllentsorgern seien systemrelevant, so der Vorsitzende von Verdi Saar Trier, Bernd Schumann.

In der Corona-Krise hätten sie dafür gesorgt, dass vieles weiter funktioniert habe. Dafür müsse es mehr geben als Klatschen auf dem Balkon. Verdi-Bezirksgeschäftsführer Thomas Müller stellt sich aber auf schwierige Verhandlungen und auf Warnstreiks trotz Corona ein.

Arbeitgeber lehnen 4,8 Prozent ab

Ewald Linn vom Deutschen Beamtenbund im Saarland sagte dem SR, die Fronten seien verhärtet. Er setzt auf dezentrale Protestveranstaltungen, bei denen die Corona-Regeln eingehalten werden können.

Der Verband der kommunalen Arbeitgeber lehnt eine Lohnerhöhung von 4,8 Prozent ab. Sie passe nicht in die Corona-Zeit, wo Millionen Menschen um ihre Jobs bangten und in Kurzarbeit seien. Die Kommunen müssten derzeit Einnahmeverluste verkraften und könnten nicht nach weiteren Rettungsschirmen rufen.

Die Verhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen werden bundesweit geführt. Vor dem Verhandlungsauftakt fand am Dienstagnachmittag eine Kundgebung in Potsdam statt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 01.09.2020 berichtet.

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