Fahne mit dem Logo der Gewerkschaft IG Metall (Foto: dpa/Lino Mirgeler)

Metall-Tarifverhandlungen gestartet

  13.03.2020 | 20:33 Uhr

Die Folgen der Corona-Pandemie haben auch die Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland geprägt. Während die Arbeitgeber auf die konjunkturellen Einbußen in der Folge des Virus hinwiesen, lehnte Verhandlungsführer Jörg Köhlinger für die IG Metall einen "Corona-Abschluss" ab.

In diesem Jahr wollen die Tarifpartner nach bisherigen Ankündigungen auf die üblichen Rituale wie Warnstreiks verzichten und stattdessen vor allem über die Sicherung der rund 400.000 Arbeitsplätze der Branche in den drei Bundesländern sprechen.

Unternehmen fordern Planungssicherheit

Der Hauptgeschäftsführer des Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar), Martin Schlechter, verlangte einen maßvollen und langjährigen Tarifabschluss. "Nur so erhalten sie Planungssicherheit und genügend Raum für zukunftssichernde Investitionen in Künstliche Intelligenz, Industrie 4.0, digitale Transformation und alternative mobile Antriebe", so Schlechter. Die erste Verhandlungsrunde habe in "konstruktiver Atmosphäre" stattgefunden, auch wenn bei den meisten Themen noch sehr unterschiedliche Auffassungen bestünden.

Gewerkschaftsvertreter Köhlinger lobte die vom Bund erleichterten Kurzarbeiterregelungen, die kurzfristig helfen könnten, Beschäftigung zu sichern. Tariflich müsse eine Aufzahlung zum Kurzarbeitergeld vereinbart und zudem die Kaufkraft der Mitglieder gestärkt werden. In den einzelnen Betrieben will die IG Metall so genannte Zukunftstarifverträge abschließen.

Kundgebungen wegen Ansteckungsgefahr abgesagt

Wegen der Corona-Ansteckungsgefahr hat die IG Metall Kundgebungen in den jeweiligen Landeshauptstädten abgesagt, wie ein Sprecher berichtete. Die nächste Verhandlung im Tarifgebiet Mitte soll am 3. April stattfinden. Dafür wird auch das Format einer Videokonferenz diskutiert.

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